Paul Simon – Graceland (The Remixes)

Paul Simon - Graceland-The Remixes (foto: sony music)

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Verneigung vor einem echten Klassiker: Große Stars der Dance- und Electronic-Szene haben sich an eine Neuinterpretation von Paul Simons legendärem Album “Graceland” gewagt. Ein mutiges Vorhaben, das krachend scheitert.

Keine Frage: Paul Simons „Graceland“ aus dem Jahr 1986 ist ein wichtiges Stück Musikgeschichte. Von dem legendären Longplayer wurden bis heute mehr als 16 Millionen Exemplare verkauft. Das lag oder liegt vor allem an Simons geradezu sensationeller Sound-Melange aus Pop, Rock und Weltmusik, aus zeitgenössischen Klängen, traditionellen Gesängen der Zulu (Isicathamiya) und dem modernen südafrikanischen Musikstil Mbaqanga. Ein echter Meilenstein, der umso besonderer erscheint, wenn man weiß, dass Simons Gastmusiker damals größtenteils aus Südafrika kamen. Das war zu einer Zeit, als das Land wegen seiner Apartheitspolitik vom Westen boykottiert wurde, alles andere als selbstverständlich. Und so ist “Graceland” auch als ein Brückenschlag zwischen den Kulturen zu verstehen.

32 Jahre nach der Erstveröffentlichung der LP ziehen Topstars der Dance- und Electronic-Szene wie MK & KC Lights, Richy Ahmed, Paul Oakenfold, Thievery Corporation oder Groove Armada nun den Hut vor dem Grammy-prämierten Meisterwerk und präsentieren eigene Interpretationen der „Graceland“-Songs. Damit, so heißt es im Waschzettel zum Album, ist „Graceland“ der erste Album-Klassiker, der komplett remixt wurde.

Das Remix-Projekt besteht aus zwölf Beiträgen unterschiedlicher Künstler und bietet eine recht große Palette an Stilen wie Deep House, Afro House, DnB oder Tech House. Die Aufnahmen entstanden unter der Aufsicht des Projektleiters Michael Gaiman, auch bekannt als The Duke of New York.

Klingt alles ein bisschen schräg – und ist es auch. Die Idee, dieses Meisterwerk auch der jüngeren Generation zugänglich zu machen, mag löblich sein, erreicht aber das Gegenteil. Alles, was das Original mal auszeichnete, ist hier verschwunden. Diese leichtfüßige Spiritualität der Original-LP ist komplett verloren gegangen. Stattdessen: tumbe Beats und wenig Liebe. Den Remix-Künstlern fehlt es an wirklich zündenden Ideen, an Radikalität, an Originalität, an Finesse. Es bleibt ein Rätsel, warum Paul Simon sein Segen für dieses Projekt gab.

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Fazit: Von manchen Sachen lässt man lieber die Finger.

Anspieltipps: – 

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