Nena – 40

Nena - 40 (foto: sony music)

6

6 Sony Music
6

Nena feiert ihr 40. Bühnenjubiläum mit einer neuen Werkschau. Die bietet viel, aber wenig Neues.

Keine Frage: Gabriele Susanne Kerner ist eine deutsche Musik-Legende. Wie, Gabriele, kennste nicht? Dann vielleicht unter ihrem Künstlernamen: Nena steht bereits seit 40 (!) Jahren auf der Bühne. Angefangen hat seinerzeit alles in der westfälischen Provinz. Genauer: in Hagen. Hier sammelte die gute Nena erste Erfahrungen auf der Bühne, sang in einer Band names The Stripes, ehe sie zu Beginn der achtziger Jahre ihre eigene, nach ihr benannte Kapelle gründete. Der Rest ist deutsche Musikgeschichte: Ihre erste Single “Nur geträumt” war gleich ein Achtungs- und Chartserfolg, die zweite Single machte Nena nicht nur zum deutschen Superstar, sondern auch international bekannt. Klar, die Rede ist von “99 Luftballons”, einem poppigen Anti-Kriegssong, der damals durch Christiane F. zum Welthit wurde. Ja, richtig gelesen: Die Gute war damals in den Vereinigten Staaten gemeinsam mit Nina Hagen bei einem Radiosender zu Gast, der sie nach ihrem Musikgeschmack fragte. Christiane F. antwortete mit “99 Luftballons” und war so ein Steigbügelhalter für die Karriere der guten Nena. Kann man sich nicht ausdenken.

Die neue Werkschau “Nena 40 – das neue Best of Album” feiert nun die große Karriere der westfälischen Musikerin, die zwar immer mal wieder durch ihre scheinbar leicht esoterisch-naive Art aneckte, aber sich nie davor drückte, Haltung zu zeigen. Auch politisch. Eine Qualität, die dem deutschen Pop leider zum großen Teil abgeht. Klar, dass alle großen Nena-Hits hier versammelt sind. Neben den bereits genannten Nena-Hymnen (in neuen und alten Versionen) natürlich Songs wie “Leuchtturm”, “Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann”, “Wunder gescheh’n” oder das Kim-Wild-Duett “Anyplace, Anywhere, Anytime”.

Schade nur, dass es Nena und ihr Label versäumt haben, das Ganze etwas wertiger aufzuziehen, vielleicht die eine oder andere seltene B-Seite, ein unveröffentlichtes Demo, einen neuen Song oder mehr Songs aus der Stripes-Phase drauf zu packen. So ist alles eben sehr erwartbar – und das erste Best-Of der guten Nena ist es ja nun auch nicht. Die Remixe, die Nena hier mit Den Atzen, Stefan Remmler und Olli zusammengebastelt hat, sind eher verzichtbar.

Anzeige

Fazit: Für Einsteiger. Für Fans nichts Neues – daher Punktabzug.

Anspieltipps: 99 Luftballons, Irgendwie Irgendwo Irgendwann

More from Benjamin Fiege

Lana Del Rey: Zoff mit Radiohead

Lana Del Rey hat derzeit Ärger an der Backe: Radiohead werfen der...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree