Mikaela Davis – Delivery

Mikaela Davis - Delivery (foto: rounder records)

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Ein Plädoyer für mehr Harfe im Pop: Die Newcomerin Mikaela Davis kredenzt uns auf ihrem Debütalbum “Delivery” (via Rounder Records erschienen), wunderbaren, harfenlastigen, teils rockigen Folkpop, der zur Nachahmung aufruft – und der mit der erwartbaren, klischeehaften Elfenmusik mal so gar nichts zu tun hat.

Keine Frage: Die Harfe ist im Pop ein eher wenig beachtetes Instrument. Sieht man mal von so einigen wenigen Koryphäen wie Florence + The Machine ab. Dass das durchaus zu Unrecht so ist, beweist Mikaela Davis auf ihrem vorliegenden Erstling. Die aus Rochester im US-Bundesstaat New York stammende Musikerin hatte dem Vernehmen nach schon immer ein Faible für dieses himmlische Instrument und träumte immer davon, mal einem Symphonieorchester beizutreten. So studierte sie zunächst klassische Harfe am Musikkonservatorium, fing dann aber an, ihre eigenen Songs zu schreiben und mit diesen während der Semesterferien zu touren.

Nun steht also ihr Debüt in den Plattenläden. Zehn Songs umfasst “Delivery”. Zehn Songs, auf denen die junge Harfenspielerin, Pianistin, Sängerin und Songwriterin mit Folk und Funk, AM Rock und 80er Pop experimentiert. Und dabei – mit der Unterstützung des Produzenten John Congleton (St. Vincent, Future Islands, Angel Olsen, Alvvays) und der Begleitband The Staves – mehr als passable Ergebnisse erzielt.

Ein Glanzlicht dabei ist gleich der Album-Opener und Titeltrack “Delivery”. Ein eingängiger Country-Rocker mit Gospel-Piano und gezupftem Bass. Während sich das Album entfaltet, gibt es Synths, Fuzz-Bass und Gitarre und natürlich Harfen-Experimente auf die Ohren. Auffällig: Die vielen Volume-, Härte- und Tempi-Wechsel. Auch schön: das funkige “Get Gone”, das ausgeflippte, aber immer noch melodiöse “Little Bird” sowie die gefühlige Ballade “All I Do Is Disappear”.

Mikaela Davis Erstling ist zweifellos gleich ein großer, künstlerischer Wurf. Ein vielversprechender Start für die Mittzwanzigerin, von der man – wohl auch im Mainstream-Bereich – in Zukunft noch so Einiges erwarten darf.

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Fazit: Starkes, in vielerlei Hinsicht überraschendes Debüt.

Anspieltipps: Delivery, Get Gone, Little Bird, All I Do Is Disappear

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