Metallica - And Justice For All (foto: blackened recordings)

Metallica – … And Justice For All

Pünktlich zum 30. Jubiläum: Metallica veröffentlichen eine remasterte Neuauflage ihres Klassikers „…And Justice For All“. Das Ding kommt auch in verschiedenen Deluxe-Konfigurationen daher – inklusive Demos, Rough Mixes, Videos, Live-Aufnahmen, Interviews und Exklusiv-Fotos.

Keine Frage: Im umfangreichen Metallica-Katalog nimmt „… And Justice For All“ einen besonderen Platz ein. Nicht wenige sehen die Platte als den Höhepunkt im kreativen Schaffen der Band an. Erschienen ist sie im September 1988, die Gruppe hatte zu diesem Zeitpunkt turbulente Zeiten hinter sich. Das vierte Metallica-Album war das erste mit dem damals neuen Bassisten Jason Newsted, der den 1986 tödlich verunglückten Cliff Burton ersetzte. Vorab gab es überdies Probleme bei der Suche nach einem geeigneten Produzenten: Flemming Rasmussen, der die beiden Vorgänger betreute, stand aus zeitlichen Gründen zunächst nicht zur Verfügung. Metallica heuerten daher Mike Clink an, der Guns N‘ Roses‘ „Appetite For Destruction“ produzierte, feuerte diesen aber recht schnell wieder. Am Ende griff dann doch wieder Rasmussen der Band unter die Arme.

Das Resultat? Ein Klassiker (auch wenn die Produktion ziemlich schwach blieb). Das Ende der Thrash-Metal-Phase der Jungs um Frontmann James Hetfield und ein Wegbereiter für das, was da später noch kommen sollte. Das Songwriting? Komplexer. Die Tracks? Länger. Inhaltlich packte die Band gleich mehrere heiße Eisen an, darunter Themen wie Zensur („Eye Of The Beholder“), Korruption („… And Justice For All“) und eine durch einen Nuklearkrieg ausgelöste Apokalypse („Blackened“). Ein Glanzlicht ist dabei aber vor allem der Anti-Kriegssong „One“, der durch Dalton Trumbos Roman „Johnny zieht in den Krieg“ (1939) inspiriert worden war. In diesem verliert ein Soldat im Ersten Weltkrieg durch eine Landmine mehrere Körperteile und wünscht sich, einfach nur zu sterben, kann dies aber nicht kommunizieren. Das Stück glänzt nicht nur durch seine Soundeffekte, sondern auch durch mehrere Soli von Kirk Hammett. Und natürlich durch ein fantastisches Video, das auf MTV seinerzeit rauf und runter lief. Auch das ebenfalls als Single veröffentlichte, stampfende „Harvester Of Sorrow“ gefällt und bleibt hängen. Wer’s gerne mal ohne Lyrics krachen lässt, wird mit dem epischen Instrumental „To Live Is To Die“ belohnt.

Physisch erscheint die Neuauflage von „…And Justice For All“ als Standard-2LP (180-Gramm-Vinyl) und Standard-CD sowie als erweiterte 3CD-Edition („Expanded Edition“), als Kassette und als Limited-Edition-Deluxe-Box-Set. Digital gibt es den Re-Release als Standard-Variante, als erweiterte Edition sowie als digitales Deluxe-Box-Set. Die erweiterte „Expanded Edition“ besticht mit reichlich Bonusmaterial: unter anderem sind unveröffentlichte Demos, Rough Mixes und noch nie veröffentlichte Live-Aufnahmen zu hören. Das Limited-Edition-Deluxe-Box-Set, das in dieser Form nur ein einziges Mal gepresst und produziert wird, beinhaltet neben der 180g-2LP des Remastered-Albums unter anderem eine „One“-Picture-Disc, drei weitere LPs der legendären Metallica-Performance in Seattle im Jahr 1989 (neu gemischt von Greg Fidelman), elf CDs, vier DVDs sowie jede Menge hochwertigen Firlefanz.

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Fazit: Ein Klassiker. Verdientermaßen.

Anspieltipps: One, … And Justice For All, Harvester Of Sorrow, To Live Is To Die

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