Mein Blind Date mit dem Leben

Mein Blind Date mit dem Leben (foto: studiocanal)

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Mehr als 700.000 Menschen sahen Marc Rothemunds warmherzige Tragik-Komödie “Mein Blind Date mit dem Leben” in den Kinos. Nun liegt die Verfilmung der Autobiografie von Saliya Kahawatte auch fürs Heimkino vor. 

Eine aufregende Karriere im Luxus-Hotel – das ist der große Traum von Saliya (Kostja Ullmann). Doch kurz vor dem Abitur erhält der junge Mann eine schlimme Diagnose: Er ist drauf und dran, zu erblinden. Aber seinen Traum aufzugeben, das kommt für Saliya nicht in Frage, und so schickt der Gute eine Bewerbung an ein 5-Sterne-Hotel – ohne seine Behinderung zu erwähnen. Sein Bluff funktioniert und er bekommt eine Lehrstelle in einem Münchner Luxus-Hotel. Niemand ahnt etwas von seinem Geheimnis, nur Azubi-Kollege Max (Jacob Matschenz) erkennt bald, was es mit Saliya auf sich hat und hilft ihm, jede noch so schwierige Lage zu bewältigen. Wenn alle anderen Feierabend machen, übt Saliya bis in die Nacht die für seine Kollegen einfachsten Handgriffe, bis er sie „blind“ beherrscht. Doch als er sich in Laura (Anna Maria Mühe) verliebt und durch sie in eine unvorhergesehene Situation gebracht wird, scheint alles, was er sich vorgenommen hat, zusehends aus den Fugen zu geraten …

Die Geschichte klingt fast zu kitschig, um wahr zu sein – und doch beruht sie auf wahren Begebenheiten. Diese Tragikkomödie basiert nämlich auf der Autobiografie des deutsch-singhalesischen Autors und Motivationstrainers Saliya Kahawatte. Und so kann man sich wegen einer gewissen Vorhersehbarkeit des Films künstlich grämen – oder einfach akzeptieren, dass das Leben die Geschichte eben so (oder so ähnlich) geschrieben hat. Vielleicht hätte es hier und da etwas weniger Weichzeichner sein können, gerade Saliyas zeitweiliger Drogenkonsum wird nur sehr oberflächlich behandelt – verschenktes Potenzial an dieser Stelle. Clever hingegen: Für den Zuschauer werden die Probleme des Protagonisten immer wieder durch Sequenzen erlebbar gemacht, in denen uns die Welt durch seine Augen gezeigt wird – verschwommen, unscharf, bedrohlich. Kostja Ullman gibt den Saliya dabei sehr überzeugend – eine starke Leistung.

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Fazit: Inspirierend.

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