Marshall

Marshall (foto: sony pictures entertainment)

9

9 Sony Pictures Entertainment
9

Filmisches Denkmal für einen ganz großen Bürgerrechtler: “Marshall” basiert auf einem Schlüsselmoment in Thurgood Marshalls Leben, der ihm letztlich den Weg ebnete, der erste afroamerikanische Richter am Obersten Gerichtshof der USA zu werden. Der Film liegt nun fürs Heimkino vor.

Die National Association for the Advancement of Colored People setzt sich in den Vereinigten Staaten für die Belange schwarzer Bürger ein. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schickt die damals vom Bankrott bedrohte NAACP den überaus talentierten jungen Anwalt Thurgood Marshall ins konservative Connecticut, um dort einen schwarzen Chauffeur (Sterling K. Brown) gegen seinen wohlhabenden und prominenten Arbeitgeber zu verteidigen. Dem Mann wird vorgeworfen, seine Arbeitgeberin (Kate Hudson) vergewaltigt und schließlich auch noch beinahe umgebracht zu haben. Der Fall sorgt für reichlich Schlagzeilen. Marshall weiß, dass er gewinnen muss, wird jedoch von einem Gericht, das an Rassentrennung glaubt, mundtot gemacht. Sein Partner ist der junge jüdische Anwalt Samuel Friedman (Josh Gad), der noch nie einen Fall vor Gericht verhandelt hat. Marshall und Friedman kämpfen in einem Umfeld voller Feindseligkeiten, Angst und Vorurteilen um Gerechtigkeit und sind fest entschlossen, in diesem aufsehenerregenden Prozess – der den Weg für die Bürgerrechtsbewegungen ebnete – die Wahrheit herauszufinden.

Keine Frage: Ein großer Mann verdient einen großen Film. Thurgood Marshall war so einer. Der erste schwarze Richter, der an den amerikanischen Supreme Court berufen wurde, ist eine leuchtende Figur der US-Geschichte. Ein epochaler Mann, ein Titan der Bürgerrechtsbewegung. Gespielt wird er in diesem Gerichtsdrama von Chadwick Boseman, der ja gerade als Black Panther in den Kinos zu bewundern ist. Dass er nicht nur fiktive Superhelden kann, beweist er mit diesem Film. Bosemans Performance ist spot-on, er gibt den selbstbewussten Juristen hier durchaus überzeugend. An seiner Seite glänzt Josh Gad als zunächst etwas wackliger Friedman, der von Marshall unter die Fittiche genommen wird und von Szene zu Szene als Mensch und Anwalt wächst. Möglicherweise haben sich die Macher von “Marshall” hier ein bisschen künstlerische Freiheit genommen, die Familie von Friedman war von der Zeichnung des jungen jüdischen Anwalts nicht ganz so begeistert. Er sei, so der Vorwurf, zu jener Zeit nicht ganz so unerfahren gewesen, wie hier der Dramaturgie wegen dargestellt. Ansonsten ist “Marshall” aber ein vom Leben geschriebenes Drama, das sich in seiner Inszenierung recht authentisch anfühlt – und das sich dem großen Protaginisten auf jeden Fall würdig erweist.

Anzeige

Fazit: Sehenswert.

More from Benjamin Fiege

Live: Justin Timberlake in Mannheim

Das erste Deutschland-Konzert seiner „Man Of The Woods“-Tour führte Justin Timberlake ausgerechnet...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree