Marlon Williams – Make Way For Love

Marlon Williams - Make Way For Love (foto: dead oceans/cargo)

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9 Dead Oceans / Cargo
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Auf seinem neuen Album “Make Way For Love” verarbeitet der neuseeländische Singer-Songwriter Marlon Williams unter anderem seine gescheiterte Beziehung zu Kollegin Aldous Harding. Herzschmerz hat selten so schön geklungen.

Lange Zeit waren Marlon Williams und Aldous Harding ein Paar. Sie lebten sogar zusammen in einem kleinen Apartment im neuseeländischen Christchurch und schafften es irgendwie, ihre Beziehung am laufen zu halten, obwohl sie beide viel unterwegs waren. Im Dezember 2017 war dann aber Schluss.

Williams hätte in Selbstmitleid zerfließen, sich in seinem Schmerz baden können, während sich seine talentierte Ex gerade dazu aufschwang, zu einem Star zu werden – oder er könnte seinen Kummer in kreative Bahnen lenken. Er entschied sich für Option Nummer zwei. So weh die Trennung auch tat, so sehr befeuerte sie ihn kreativ, wie er sagt. “Ich schreibe seither etwa 15 Songs pro Monat”, verrät Williams auf seiner Homepage.

Ein paar davon finden sich nun auf seinem neuen Album “Make Way For Love” wieder, das Williams aber nicht nur als sein ganz persönliches Trennungsalbum verstanden wissen will. Nein, er verfolgt einen universellen Ansatz, jeder soll und kann sich in den elf Songs wiederfinden, die Williams mit geradezu herzzerreissendem Gesang vorträgt. Er singt von Glück, Schmerz, Unsicherheit und Verbitterung, und das meist besonders schön. Erinnerungen an Sinatra, Elvis und Orbison werden wach, kein Zufall – in Sachen Ästhetik nimmt Williams durchaus die 50s ins Visier. Musikalisch verpackt er seine Themen aber in ein Alternative-Country-Gewand.

Das Glanzlicht des Albums ist zweifellos das überraschende Duett mit der Verflossenen: Das gefühlvoll-melancholische “Nobody Gets What They Want Anymore” ist während eines nächtlichen Ferngesprächs mit Aldous Harding aufgenommen worden. Hat man als Hörer ohnehin die ganze Zeit schon das Gefühl, hier ins Innerste, ins Intimste vorgelassen zu werden, so treibt es diese Kollaboration schließlich auf die Spitze. Großes Kino.

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Fazit: Ein fast perfekter Soundtrack zu jeder Art von Liebeskummer.

Anspieltipps: Nobody Gets What They Want Anymore

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