Marissa Nadler – For My Crimes

Marissa Nadler - For My Crimes (foto: bella union)

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9 Bella Union / PIAS
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Zwei Jahre nach dem Release ihres Albums “Strangers” meldet sich Marissa Nadler mit einer neuen Platte zurück: Auf “For My Crimes“ versammelt die US-amerikanische Singer-Songwriterin elf neue, wunderbar melancholische Songs, die vor allem das Thema Trennung verhandeln. 

Stark und vor allem überraschend ist schon der titelstiftende Opener, ein Stück über einen Todeszellen-Insassen, der die Nachwelt darum bittet, ihn nicht wegen seiner Sünden in Erinnerung zu behalten. “Please don’t remember me”, klagt er immer wieder, und dazu dieses Cello im Hintergrund! Ein Stück, das wirklich unter die Haut geht. Im Refrain wird Nadler dann von Angel Olsen unterstützt. Nicht der einzige namhafte Gast auf der Platte. Auch Kristin Kontrol (Dum Dum Girls), Sharon Van Etten sowie Hole- und Juliette and the Licks-Schlagzeugerin Patty Schemel, Mary Lattimore (Harfe), Janel Leppin (Streicher) und Saxophonist Dana Colley (Morphine) sind mit von der Partie.

Das Stück, so wunderbar es ist, lockt einen aber vielleicht auf eine falsche Fährte. Eigentlich ist “For My Crimes” ein Trennungsalbum, ein sehr persönliches und atmosphärisch dichtes obendrein. In Song Nummer zwei, “I Can’t Listen To Gene Clark Anymore”, wird das Sujet Trennung dann auch gleich aufgegriffen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch das schwermütige, vergleichsweise spärlich instrumentierte Album. Nadlers glasklare Stimme transportiert den Schmerz gekonnt, ist dabei aber auf heilsame Art und Weise hypnotisierend. Es treibt einem fast die Tränen in die Augen, so bewegend ist dieser typische Nadler-Indie-Dream-Folk. Glanzlichter sind dabei auch das verträumt-flehende “Lover Release Me” und das düstere “Blue Vapor”.

PS: Die neuen Songs wurden mehrheitlich unterwegs auf Tour geschrieben und mit den Produzenten Justin Raisen (Angel Olsen, Kim Gordon, Charli XCX) sowie Lawrence Rothman im Januar aufgenommen. Das Cover-Artwork stammt übrigens von Nadler höchstpersönlich.

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Fazit: Geht unter die Haut.

Anspieltipps: For My Crimes, I Can’t Listen To Gene Clark Anymore, Lover Release Me, Blue Vapor

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