Love, Cecil

Love, Cecil (foto: studiocanal)

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Der britische Fotograf Cecil Beaton war ein Meister seiner Zunft. Eine der schillerndsten Figuren des 20. Jahrhunderts. Die Regisseurin Lisa Immordino Vreeland hat der Stilikone nun mit “Love, Cecil” ein filmisches Porträt gewidmet.

Cecil Beaton, geboren 1904 und gestorben 1980, war ein echtes Multitalent. Fotograf, Innenarchitekt, Kostümdesigner. Einer, der seiner Zeit weit voraus war, Generationen prägte und inspirierte – und der auch gerne mal schockierte. Etwa, in dem er in den 20er Jahren schon als Student seine Vorliebe für “Drag” und seine Homosexualität offen auslebte. Mutig, da Homosexualität in Großbritannien damals noch unter Strafe stand. Beaton war ein exzentrischer Dandy, der für die “Vogue” und den britischen Hof gearbeitet hat. Einer, der es sich ob einer als antisemitisch aufgefassten Karikatur in den USA mit Publikum und Arbeitgebern verscherzte. Einer, der für die Briten in den Krieg gegen die Nazis zog. Und einer, der Audrey Hepburn einkleidete, Marilyn Monroe porträtierte, mit Greta Garbo schlief und von der Queen letztlich zum Ritter geschlagen wurde.

Regisseurin Lisa Immordino Vreeland, zuletzt erfolgreich mit ihrer Doku „Peggy Guggenheim“, baut dem Guten nun ein filmisches Denkmal, das sich auch mit den inneren Kämpfen des großen Künstlers auseinandersetzt. Chronologisch erzählt und komponiert aus exklusiven Filmausschnitten, und teilweise bis dato unveröffentlichten Fotografien, Zeichnungen, Briefen und Zeitzeugen-Berichten (die durchaus auch mal kritisch daherkommen). Als Off-Stimme dieser intimen filmischen Annäherung wirkt Rupert Everett. Ebenso unterhaltsam wie informativ.

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Fazit: Gelungenes, ausdruckstarkes Porträt über einen der faszinierendsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

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