Lana Del Rey – Lust For Life

Lana Del Rey - Lust For Life (foto: universal music)

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Die Königin der bittersüßen Schwermut meldet sich zurück: Lana Del Rey hat mit “Lust For Life” ihr nunmehr viertes Studioalbum veröffentlicht. Und das beweist wieder: Keine seufzt so schön wie die gute Lisbeth. Hier und da lässt die New Yorkerin aber auch ein bisschen Licht ins Dunkel.

Keine Frage: Den Namen Lana Del Rey verbindet man zunächst einmal mit Melancholie. Traurigkeit. Weltschmerz. Und so mutet es auf den ersten Blick seltsam an, dass die Gute auf dem Cover ihres neuen Longplayers über beide Backen grinst und dann auch noch statt “Born To Die” nun “Lust For Life” propagiert.

Musikalisch hat sich dann aber doch gar nicht allzu viel verändert. Lanas Sound ist immer noch von einer süßen Melancholie durchzogen, dabei ebenso zeitgemäß wie retro. In der an frühere Werke erinnernden Ballade “13 Beaches“ etwa gesteht die Gute zu verschleppten Triphop-Beats, dass sie ihren Ex immer noch liebt. Auch das traurige “Cherry“ verhandelt das Thema Beziehungen. Del Rey beschreibt hier, wie die Gefühle für einen Mann sie beinahe zerstören.

Keine seufzt so schön über ihren Herzschmerz wie die gute Lana. Das wussten wir schon. Nun wird die amerikanische Sängerin aber auch noch politisch. So fragt sie im Song ”When The World Was At War We Kept Dancing“: „Is This The End Of America?“ Auch in der starken Pianoballade “Change“ verhandelt Lana das neue, unheilvolle politische Klima in den USA: „Es wäre doch seltsam gewesen, nicht darauf einzugehen, wie sehr Donald Trump unsere Gesellschaft aus den Fugen gehoben hat“, sagt sie im Waschzettel zum Album. Und mit “God Bless America – And All The Beautiful Women In It” gibt die Gute auch ein wichtiges feministisches Statement ab. Keine Frage: Der Blick über den Tellerrand steht Del Rey gut.

Den wagt sie in vielerlei Hinsicht. Bei den Arbeiten für “Lust For Life” hat sich Del Rey ausnahmsweise gleich mehrere Gaststars ins Studio geholt. Beim Song “Summer Bummer“ wird sie von A$AP Rocky und Playboi Carti unterstützt. Sean Lennon greift ihr beim minimalistisch instrumentierten “Tomorrow Never Came“ unter die Arme. Mit R&B-Superstar The Weeknd darf die Wahl-Kalifornierin sowohl im Song als auch im Video (hoch über dem Hollywood-Sign) zum hedonistischen Iggy-Pop-Cover “Lust For Life” turteln. Und dann ist da auch noch Fleetwood-Mac-Legende Stevie Nicks, die mit Lana auf der Klavierballade “Beautiful People, Beautiful Problems” zu hören ist.  

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Fazit: Del Rey zeigt Haltung, ohne aber ihre Wurzeln zu vergessen. Große Platte.

Anspieltipps: Coachella – Woodstock On My Mind, When The World Was At War We Kept Dancing, Tomorrow Never Came, 13 Beaches, Love, Lust For Life, Change

 

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