John Grant – Love Is Magic

John Grant - Love Is Magic (foto: pias)

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7 Bella Union / (PIAS) Cooperative
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“Liebe ist eine Scheiß-Show, die jede Menge Arbeit erfordert. Es ist nicht immer alles Lollipops und Regenbogen. Aber nichts kann davon ablenken, dass trotz allem Liebe immer noch magisch ist” – mit diesen Worten umreisst John Grant das Motto seines neuen Albums “Love Is Magic”, das soeben via Bella Union erschienen ist. Es ist seine erste LP seit drei Jahren.

John Grant wäre nicht John Grant, wenn er sich nicht auf jeder neuen Platte irgendwie neu erfinden würde. Das ist auch auf “Love Is Magic“, seiner vierten, nicht anders. Das Ding ist sein bisher elektronischtes Album: 80s-Synth-Pop, der mal ins Turbulente umbricht, nur um den Hörer dann wieder gefühlvoll an die Hand zu nehmen. Nicht durchweg gelungen, aber mit vielen großen Momenten.

Aufgenommen wurden die zehn neuen Tracks zusammen mit Synth-Fachmann Benge sowie mit Paul Alexander (Midlake) im britischen Cornwall. Es befinden sich einige unter ihnen, die so wirklich unter die Haut gehen. Der theatralische Opener “Metamorphosis” etwa, der croonend den Tod von Grants Mutter, aber auch eine Trennung verhandelt. Oder das Titelstück “Love Is Magic”, eine wunderbare Synthie-Pop-Nummer, bei der man hin und wieder an die Beach Boys denken muss. Und dann die Lyrics! “Have you got depression? Passive aggression? Did they stop loving you? And you’re the only one who doesn’t know? You forgot your medication. And Sade is playing on the radio”, textet Grant da. Magisch. Ebenso wie die Ballade “Is He Strange”, die vor allem durch Grants No-Nonsense-Approach so hörenswert wird.

Stark ist auch der politische Moment auf dem Album: “Smug Cunt”, Grants Abrechnung mit dem Trump-Amerika: “Now you’re just a smug cunt. Who doesn’t even do his own stunts. They just let you in ‘cos you won’t shut up. Here’s to acting like a little boy masturbating with expensive toys.
They just let you play ‘cos you won’t shut up”, ätzt Grant hier. Vielleicht nicht gerade wahnsinnig tiefsinnig, aber immerhin beweist hier ein Künstler mal Haltung.

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Fazit: Hörenswert.

Anspieltipps: Metamorphosis, Love Is Magic, Smug Cunt, Is He Strange

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