Jenn Champion – Single Rider

Jenn Champion - Single Rider (foto: hardly art)

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7 Hardly Art / Cargo
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Sie hat ihren Sound radikal neu erfunden: Jenn Champion, the artist formerly known as S oder Jenn Ghetto, hat mit “Single Rider” ein neues Album vorgelegt. Die aus Arizona stammende und in Seattle lebende Musikerin frönt dabei ihrer neu entdeckten Liebe zu elektronischen Spielereien.

Keine Frage: Jenn Champion bewegt. Die Künstlerin, die einst unter den Namen “S” oder “Jenn Ghetto” musizierte und auch Teil der mittlerweile aufgelösten Band Carissa’s Weird war, unterhielt ihre Fans mehrere Alben lang mit schmuckem Indie-Rock. Wobei, was heißt unterhalten: Oft waren die Dinger echt herzzerreissend traurig. Inhaltlich gesehen. Albums to cry to. 2014 kam dann ein überraschender Stilwechsel, Jenn entdeckte plötzlich die Synthesizer für sich. “Cool Choices” war um einiges poppiger und elektronischer, als man es bis dahin von der amerikanischen Singer-Songwriterin gewohnt war.

Nun legt die Gute also ihr neues Machwerk “Single Rider” vor. Auch hier hat Champion wieder den Dancefloor im Blick. Die Dame kredenzt uns auf elf Songs lupenreinen, an die 80er Jahre erinnernden Synthie-Noir-Pop, der einen beim Weinen wenigstens tanzen lässt. “Sometimes you are sad and you just want to dance about it,” sagt Champion, der ein Album vorschwebte, das eine Kreuzung aus Drake, Billy Joel und Blue Oyster Cult sein sollte.

Das funktioniert hier – bei allen kleinen Unebenheiten – doch ausgesprochen gut. Weil die Tanz-Nummern trotz aller Zugänglichkeit nie oberflächlich wirken, sondern Jenn immer noch ein ausgesprochen gutes Händchen für Lyrics hat – und ihren puristischen Kritikern schnell den Wind aus den Segeln zu nehmen vermag. “We’re all trying to be real/But we need that mass appeal,” singt sie etwa in “Holding On”, das gleichzeitig selbstreferenziell und gesellschaftskritisch ist. Ansonsten geht es auf der Platte aber natürlich viel um Herzschmerz. Nicht immer so schön wie in der Piano-Ballade “Bleed” oder dem noch schmerzerfüllteren “Hustle”, aber zumeist meist doch sehr gelungen.

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Fazit: Jenn Champion im (sicher noch nicht abgeschlossenen) künstlerischen Wandel. Erstes Etappenziel dabei: erreicht.

Anspieltipps: Bleed, Hustle, Holding On

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