Hinds – I Don’t Run

Hinds - I Don't Run (foto: lucky number music)

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Das spanische Indie-Rock-Quartett Hinds hat mit “I Don’t Run” den lange erwarteten Nachfolger zu ihrem umjubelten Debütalbum “Leave Me Alone” veröffentlicht.

Ihr energetisches Debütalbum “Leave Me Alone” war 2016 so etwas wie ein Manifest der Jugend. Eine Sammlung launiger, gitarrenlastiger Partyhymnen, die auf beiden Seiten des Teichs für Aufmerksamkeit sorgte. Das Motto damals: einfach drauf los, ganz unbekümmert. Kam gut an, hüben wie drüben. Hinds hätten es sich nun also durchaus leicht machen können, und jetzt einfach wieder ein paar schöne Lieder über Glück, Jugend und Unbeschwertheit schreiben können. “Aber damit sind wir nicht zufrieden”, erklärt Gitarristin und Co-Sängerin Ana Perrote im Waschzettel zu dem neuen Longplayer. “Auf diesem Album liegen die Kämpfe offen dar. Wir wollen unerschrocken sein.”

Klar, viel ist auf die Band eingeprasselt in den vergangenen Jahren. Seit 2014 befindet sich die Band auf einem nahezu ununterbrochenem Globetrotter-Trip. Sie spielten in kleinen Clubs und größeren Hallen, wurden dabei umjubelt, von anderen wiederum harsch kritisiert, auch auf sexistische Art und Weise. Das macht etwas mit einer Band, zweifellos. Und so klingen die Texte auf “I Don’t Run” durchaus etwas erwachsener und selbstbewusster als früher, wobei Perrote,  Carlotta Cosials (beide Gesang, Gitarre), Ade Martin (Bass) und Amber Grimbergen (Drums) ihre musikalische Verspieltheit und Unbekümmertheit nicht verlieren. Der Mut zum Fehler, zum Unvollkommenen, er ist immer noch da – und ja irgendwie längst auch ein Markenzeichen des talentierten Quartetts aus Madrid.

Glanzlichter gibt es auf der Scheibe so einige: “Tester” etwa, das die Frustration einer Gehörnten verhandelt. Oder das eingängige “The Club”, das bereits vorab als Single veröffentlicht wurde. Aber vor allem “New For You”, das vernichtende Selbstkritik in überraschend beschwingter Musik verpackt. Ganz großes Kino.

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Fazit: Hinds können ihr Niveau mindestens halten.

Anspieltipps: Tester,  The Club, New For You

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