Grace Jones: Bloodlight and Bami

Bloodlight and Bami (foto: ascot)

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Model, Sängerin, Schauspielerin – Grace Jones war immer eine ganz besondere Figur in der Pop-Welt. Die Regisseurin Sophie Fiennes hat dem schillernden Paradiesvogel, der auch schon fast 70 Lenze zählt, nun einen Dokumentarfilm gewidmet. “Bloodlight and Bami” liegt jetzt fürs Heimkino vor.

Gäbe es den Begriff “Diva” nicht, für Grace Jones hätte er erfunden werden müssen. In ihrer rund 50 Jahre andauernden Karriere hat die jamaikanische Sängerin für so einige unvergessene Momente gesorgt. Hat die Disco-Ära maßgeblich geprägt. Die New-Wave-Ära auch. War Muse von Andy Warhol und Keith Haring. Bond-Girl. Autorin. Prangte auf jedem wichtigen Magazin-Cover. Und ohrfeigte vor laufender Kamera schon Mal einen TV-Moderator, wenn der sich ihr gegenüber respektlos benahm. Aber Grace Jones war vor allem immer eins: eine Performerin. Zu jeder Zeit.

Und so ist es auf den ersten Blick überraschend, dass diese Frau, die so voller Geheimnisse, so voller Mysterien steckt, der Regisseurin Sophie Fiennes erlaubte, sie über knapp zehn Jahre hinweg mit der Kamera zu begleiten, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Droht Jones da nicht eine Demaskierung?

Sicher: Grace Jones hat Sophie Fiennes viele Einblicke gewährt. In Badezimmer, Garderoben, ihr Familienleben. Hat sie mit auf Tour und auf Heimatbesuch ins rurale Jamaika genommen. Gefühle offenbart, etwa, wenn es um – buchstäblich – schmerzhafte Kindheitserinnerungen ging. Oder um intime Gespräche mit ihrem Exmann Jean Paul Goude. Jones hat Fiennes den Menschen, die Frau, hinter der androgynen Fassade gezeigt, dieser beinahe außerirdischen Maskerade. Aber: So sensationell diese Einblicke auch sein mögen, man ahnt: Jones hat sich und den Zuschauer immer und zu jeder Zeit unter Kontrolle. Selbst im Moment des vermeintlichen Kontrollverlusts, wenn sie ihren Manager, unzuverlässige Studiomusiker oder dreiste TV-Leute zur Ordnung ruft. Eine gewisse Inszenierung jenes Performance-Profis muss man auch in den privaten, menschlichen Momenten immer mitdenken.

Auch ist es sicherlich kein Zufall, dass Fiennes komplett auf Archivmaterial, erklärende Off-Stimme, Interviews mit Jones selbst oder irgendwelchen Talking Heads verzichtet. Der Film ist stattdessen eine Collage von Szenen, die nichts erklären – und damit doch relativ viel. Er will ausdrücken: Jones ist kein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, sondern existiert im Hier und Jetzt. Dazu passt ein Zitat aus einem Interview mit dem “Spiegel”, das Jones unlängst gegeben hat: “Nostalgie interessiert mich nicht. Ich lebe in der Gegenwart und blicke nach vorne, in die Zukunft. Ich trete nicht in Retro-Shows auf, sondern bei Festivals wie Afropunk oder Wilderness, denn da tummeln sich die jungen Leute von heute. Das ist meine Welt, nicht die Erinnerung an irgendetwas, das längst vorbei ist.”

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Fazit: Sehenswert.

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