Gemeinsam wohnt man besser

Gemeinsam wohnt man besser (foto: alive)

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5 Alamode
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Liebenswert, aber dennoch etwas oberflächlich: Die französische Komödie “Gemeinsam wohnt man besser”, in dem wieder Mal das WG-Leben aufs Korn genommen wird, liegt nun fürs Heimkino vor.

Nein, wirklich Spaß am Leben hat der pensionierte Witwer Hubert Jacquin (André Dussollier) nun nicht mehr. Meist sitzt er allein in seiner unordentlichen Pariser Altbauwohnung und vermeidet tunlichst alles, was ihn aus seiner Lethargie retten könnte. Dann bringt König Zufall  aber buchstäblich Leben in seine überdimensionierte Bude: Eigentlich wollte Hubert nur eine Putzfrau einstellen, doch durch ein Missverständnis nistet sich eine junge Mitbewohnerin bei ihm ein. Die aufgedrehte Studentin Manuela (Bérengère Krief) hat zwar keine Ahnung, wie man einen Haushalt führt, aber davon wie man den Alltag eines Rentners gehörig auf den Kopf stellt. Am Ende eines rauschenden Abends lässt sich Hubert sogar überreden die Wohngemeinschaft zu erweitern. Schon kurz darauf ziehen die etwas verspannte Krankenschwester Marion (Julia Piaton) und der in Scheidung lebende, neurotische Anwalt Paul-Gérard (Arnaud Ducret) ein. Trotz aller Unterschiede wächst die ungewöhnliche Wohngemeinschaft schon bald zusammen. Und auch Hubert erkennt allmählich, dass man für eine WG nie zu alt ist. Bis Manuelas Freund die Gruppe vor eine große Zerreissprobe stellt …

Keine Frage: Der Pariser Wohnungsmarkt ist ein schwieriges Pflaster. Bezahlbarer Wohnraum ist in der am dichtesten besiedelten Metropole der Euro-Zone knapp, so knapp, dass die Stadt Diensten wie AirBnB bereits den Kampf ansagen musste. Ein fortwährend heißes Thema also und die Idee, es zur Grundlage eines Films, einer Komödie gar, zu machen, ist nicht so schlecht. Der Gedanke, völlig ungleiche Menschen unter ein Dach zu bringen, auch nicht. Hat ja schon bei “Ziemlich beste Freunde” funktioniert. An derlei Vorbilder reicht der Film von Regisseur François Desagnat dann aber doch nicht ran. Zwar erzählt er hier auch einen typisch französischen Feel-Good-Movie, der hantiert aber dann doch mit zu vielen Klischees, um Bestnoten zu erzielen. Auch das Drehbuch weist einige Schwächen auf, ist es doch ziemlich vollgestopft mit Überflüssigem und Nicht-zu-Ende-Gedachtem/Erzähltem. Leidlich unterhaltsam ist das Ganze dennoch, für einen netten DVD-Abend reicht es.

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Fazit: Heiter, aber sehr oberflächlich.

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