Franz Ferdinand – Always Ascending

Franz Ferdinand - Always Ascending (foto: domino/good to go)

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7 Domino / Good To Go
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Es hätte nicht viel gefehlt, und es wäre Sense mit Franz Ferdinand gewesen. Nach dem Ausstieg von einem der Hauptsongwriter, Nick McCarthy, schien es mit der Band zu Ende zu gehen. Weit gefehlt. Mit “Always Ascending” legt die Band nun ihr fünftes Studioalbum vor.

Einer ist weg, zwei sind neu dabei: Der Schotte Julian Corrie (Miaoux Miaoux) ist dazugestoßen, ein Mann, der sich in der Glasgower Indie-Szene den Ruf als geradezu magischer Klangkünstler erworben hat. Und dann ist da noch der Gitarrist Dino Bardot, ebenfalls ein neues Gesicht. Gemeinsam werkelte man vor allem in RAK Studios in London und im Motorbass Studio in Paris am neuen Longplayer. Zur Seite stand der Band dabei der französische Produzent Philippe Zdar, der bereits mit Phoenix oder den Beastie Boys zusammengearbeitet hat.

Entstanden sind unter seiner Aufsicht zehn neue Songs, die wirklich Laune machen, aber keine totale Abkehr vom gewohnten Franz-Ferdinand-Sound darstellen – allem Wendepunkt-Unken und PR-Tamtam zum Trotz. In den neuen Nummern finden sich immer noch viele Elemente wieder, die die Band auszeichneten; sie klingen immer noch stark nach Nuller Jahre und Franz Ferdinand. “Lazy Boy” ist da so ein Beispiel, wenn auch ein negatives. Der Song klingt ein wenig, als sei er damals zu schlecht fürs Debütalbum der Band gewesen und sei seither im Bandarchiv vor sich verstaubt.

Hier und da hat die Band aber etwas geschraubt, getweakt und experimentiert. Meist sind diese Versuche gelungen, die Band ist auf “Always Ascending” immer dann am stärksten, wenn sie etwas wagt: “The Academy Award” etwa ist eine bockstarke Nummer, eine Art Liebeslied mit Augenzwinkern. Am interessanten ist aber wohl das von Mark Twain inspirierte, zwischen Funk und Rock changierende “Huck and Jim” mit seiner überraschenden Rap-Einlage sowie dem thematischen Schwenk zum britischen Gesundheitssystem. Schön politisch wird die Band auch im poppigen “Paper Cages”.

Klar, so innovativ wie zu Anfangszeiten werden die Mannen um Sänger Alex Kapranos wohl nie wieder sein. Aber wenn sie sich jetzt zumindest auf dem Niveau einpendeln, das sie mit “Always Ascending” nachgewiesen haben, dann muss einem um die Zukunft der Kapelle auch nicht mehr bange sein.

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Fazit: Nicht herausragend, aber die Formkurve der Band zeigt nach den beiden missratenen letzten FF-Alben wieder deutlich nach oben.

Anspieltipps: The Academy Award, Paper Cages, Huck & Jim

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