Der Tatortreiniger – Staffel 6

Tatortreiniger (foto: studio hamburg)

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“Der Tatortreiniger” geht in die sechste Runde. In der neuen Staffel, die 2016 ausgestrahlt wurde und nun auf DVD vorliegt, schlüpft Bjarne Mädel allerdings nur dreimal in die Rolle des kultigen Tatortreinigers Schotty.

Die neue Staffel, für die wie immer Arne Feldhusen (“Stromberg”) als Regisseur gerade stand, hat es zwar nicht quantitativ, dafür aber qualitativ in sich. Ein Überblick:

 

25. Sind Sie sicher?

In dieser Episode verschlägt es Schotty in eine Consultingfirma, die von einem echten Leuteschinder geleitet wird: dem geradezu sadistisch veranlagten Geschäftsführer Grimmehein (fantastisch gespielt von Sebastian Blomberg, der hier an seine Rolle in “Zeit der Kannibalen” anknüpft). Der misst schon Mal, wie lange seine Angestellten aufs Klo gehen, oder setzt sie psychisch unter Druck. Als Schotty dem Mann seine Meinung geigt, wird er plötzlich selbst zum Ziel der fiesen Psychotricks. Die Frage, die sich ihm plötzlich stellt: Hat sein Chef etwa eine Evaluation bei Grimmehein in Auftrag gegeben? Steht hier also gerade Schottys Job auf dem Spiel? Eine wunderbar böse Episode über den Effizienz- und Optimierungsdruck in der heutigen Arbeitswelt.

26. Özgür

In einer abgelegenen Pension begegnet Schotty der norddeutschen Silke (Sandra Hüller). Die Frau ist nicht nur tough und selbstbewusst, sondern auch hochschwanger. Schotty trifft fast der Schlag, als die angehende Alleinerziehende ihm verrät, ihr Kind Özgür nennen zu wollen. Daraufhin entbrennt eine leidenschaftliche Diskussion über Vor- und Nachteile von Vornamen, rassistische Vorurteile und den Rucksack an Erwartungen, den Eltern ihren Sprösslingen aufbürden.

27. Schluss mit lustig

Schotty lernt in einem Gasthaus einen Clown (Bastian Reiber) kennen, der aber eher von der traurigen Gestalt ist. Dessen Putznummer findet der Experte aus dem wahren Leben mal nämlich so überhaupt nicht witzig. Damit stürzt er den verhinderten Spaßmacher in eine tiefe Sinn- und Schaffenskrise, aus der ihm erstmal wieder herausgeholfen werden muss.

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Keine Frage: “Der Tatortreiniger” kann auch in Staffel sechs sein Niveau halten, ist weiterhin geistreich und extrem witzig. Genau so muss Satire sein. Bjarne Mädel geht hier weiterhin mit viel spürbarer Lust ans Werk. Schade nur, dass der Staffel nur drei Folgen vergönnt waren, denn dafür ist der DVD-Preis tatsächlich etwas happig. Immerhin gibt es als Extra gibt es dann noch eine interessante Doku, die dem Zuschauer einen Einblick in die Arbeit eines echten Tatortreinigers gewährt.

Fazit: Sehenswert.

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