David Gilmour – Live At Pompeii

David Gilmour - Live At Pompeii (foto: sony music)

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Wo sich einst Gladiatoren bis auf den Tod bekriegten, griff David Gilmour im Juli 2016 in die Saiten: Sein wunderbarer Konzertfilm “Live At Pompeii” ist soeben in mehreren Formaten erschienen.

Ja, klar, keine Frage: David Gilmour ist alt geworden. Die Haare sind weiß und mehr als spärlich, und das Wohlstandsbäuchlein lässt sich auch nicht mehr verbergen. Dinge, die dem 71-Jährigen vielleicht auch durch den Kopf gegangen sind, als er sich – wie in der Mini-Doku auf der Blu-Ray zu sehen, Bilder anschaute, die aus dem Jahre 1971 stammen, dem Jahr, als Pink Floyd das erste und letzte Mal im süditalienischen Pompeji aufgetreten sind. Damals allerdings ohne Publikum. Die Band nutzte damals das Amphitheater, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Konzertfilm “Live At Pompeii” zu spielen, der Songs aus dem Album “Meddle” umfasste. Lang, lang ist es her.

Lang, lang ist’s her. Und dennoch scheint dieser atemberaubende Ort bei Gilmour Eindruck hinterlassen zu haben. Er wählte das Amphitheater nämlich als eine Location seiner vor zwei Jahren gestarteten Tour aus, bei denen Gilmour an historisch bedeutenden Stätten performen wollte. Ganz zur Freude der Einheimischen, die lange auf Live-Entertainment in dem weiten Rund des historischen Baus warten mussten: Die letzte Live-Darbietungen in dieser Location vor Publikum waren die brutalen Gladiatoren-Kämpfe 79. n. Christus.

Ihr langes Warten hat sich gelohnt. Da stand der alte Mann nun endlich auf der Bühne, die Gitarre umgeschnallt, und läutete das Konzert mit einem Solo zum Song “5 A.M.” ein, einer Nummer, die aus seinem vierten Solo-Album “Rattle That Lock” aus dem Jahre 2015 stammt und in das titelgebende Stück des Longplayers überleitete. Sofort waren die Handys gezückt. Der alte Mann und das Smartphone-Meer. Ein irgendwie symbolisches Bild, vermischte dieses Konzert doch einen gewissen musikalischen Historismus mit einer tiefen Verneigung vor der Gegenwart.

Keine Frage, es waren zwei spektakuläres Konzerte, die Gilmour da im Juli 2016 im Schatten des Vesuvs spielte. Inklusive überragender Licht-Show, wie man sie von den Pink-Floyd-Größen ja seit jeher gewohnt ist – und eben einer ganzen Menge Pink-Floyd-Klassiker, die – bei aller Qualität des Solo-Materials Gilmours – an diesem Abend natürlich die heftigsten Publikumsreaktionen hervorriefen. Bei “Wish You Were Here” lag sich das Auditorium mental in den Armen, sang jede einzelne Zeile des Über-Hits mit. Gilmour strahlte dabei, als würde er den Song das erste Mal spielen. Bei “Money” brandete schon Jubel auf, als das “Ka-Ching!” der Kasse ertönte. Und die neunminütige Version von “Comfortably Numb” war am Ende auch noch Mal ein magischer Moment. “One Of These Days” war dabei die einzige Nummer, die Pink Floyd bereits 1971 in Pompeji spielten.

Hervorragend in Szene gesetzt wurde der Konzertfilm (und die Mini-Doku) von Regisseur Gavin Elder, der für den Streifen auf Material aus beide Konzerten zurückgriff.

“Live At Pompeii” ist in folgenden Formaten erschienen: Doppel-CD (mit 21 Tracks), Einfach-Blu-ray, Doppel-DVD, Blu-ray + CD Deluxe Edition Boxset (2 CDs und 2 Blu-rays), Vierfach-Vinyl und Download.

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Fazit: Magisch.

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