Damien Jurado - In The Shape Of A Storm (foto: loose music)

Damien Jurado – In The Shape Of A Storm

Unheimlich produktiv: Nur ein Jahr nach seinem bis dato jüngsten Wurf „The Horizon Just Laughed“ veröffentlicht Singer-Songwriter Damien Jurado mit „In The Shape Of A Storm“ jetzt schon den Nachfolger. Auf seinem 14. Album zeigt sich der Mann aus Seattle/Washington mal wieder als begnadeter Geschichtenerzähler.

Keine Frage: Damien Jurado gehört zu den eher fleißigeren Musikern, die in schöner Regelmäßigkeit Tiefgängiges veröffentlichen. Mit „In the Shape Of A Storm“ hat sich der Gute aber in Sachen Geschwindigkeit offenbar selbst übertroffen. Dem Vernehmen nach wurde die Platte in gerade mal zwei Stunden aufgenommen. Hat halt mal geregnet in seiner Wahlheimat Los Angeles, und Damien Jurado wollte den Nachmittag trotzdem irgendwie nutzen. Kann man mal so machen.

Klar, das in dieser kurzen Produktionszeit der gewählte Ansatz eher minimalistisch ist. Und so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass „In The Shape Of A Storm“ das spärlichste Album von Jurado ist. Der 46-Jährige setzt hier auf klare akustische Arrangements. Die donnernden Drums, seine psychedelischen Experimente – Vergangenheit. Jurados Stimme steht hier total im Fokus und verspricht den einen oder anderen Gänsehaut-Moment. Einzig Josh Gordon darf mit seiner Nashville-Gitarre hier ab und an mal mitmischen. 

Obwohl die Fans schon lange ein akustisches Soloalbum wollten, machte die Aussicht für Jurado nie Sinn, bis sie es eines Tages einfach tat. „Es fühlte sich einfach so an, als wäre es Zeit“, sagt Jurado.

Dass der Mann ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, weiß man ohnehin. In seinen Folk-Songs geht es gerne mal um Mörder, verwundete Liebhaber oder UFO-Kulte. Diesmal ist es eine Art böse Vorahnung, die über all den vorgetragenen Alltags-Geschichten schwebt. Das Wissen um Vergänglichkeit. Das kommt nicht von ungefähr: Jurado hat die zehn neuen Songs wenige Monate vor dem Tod seines langjährigen Mitarbeiters und engen Freundes Richard Swift, der viele Jahre lang (am Ende vergeblich) gegen seine Alkoholsucht gekämpft hatte, aufgenommen. „Seine Abwesenheit ist bei diesem Album sehr spürbar“, sagt Jurado.

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Fazit: Eine emotional unheimlich intensive Platte. Jurado mit einem seiner stärksten Werke überhaupt.

Anspieltipps: Lincoln, South, Throw Me Now Your Arms, The Shape Of A Storm

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