Beyoncé – Homecoming: The Live Album / Homecoming

Beyoncé - Homecoming - The Live Album (foto: sony music)

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Große Überraschung, so kurz vor den Osterfeiertagen. US-Superstar Beyoncé hat ohne Vorankündigung heute eine Live-Platte veröffentlicht. “Homecoming: The Live Album” ist ein Mitschnitt ihres legendären 2018er Coachella-Live-Auftritts – und gleichzeitig der Soundtrack einer gleichnamigen Netflix-Doku, die ab sofort zu sehen ist.

Bei den ganz großen der Zunft gehört es ja mittlerweile zum guten Ton, ohne Vorwarnung neues Material zu droppen. Ein taktisches Manöver, das auch Beyoncé drauf hat, wie sie schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Fans von Queen B warten ja nun seit einiger Zeit auf ihr neues Studioalbum. Ihr sechstes und bis dato letztes, “Lemonade”, erschien im Jahr 2016. Sieht man mal von dem gemeinsamen Rap-Album mit ihrem Göttergatten Jay-Z ab. Nachdem die Gute in den vergangenen Wochen auf ihren Social-Media-Kanälen ein bisschen kryptisch herumteaste, hatte sich der eine oder andere schon Hoffnungen auf eine neue Studio-Platte gemacht.

Doch meistens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Ein Live-Album ist es nun, aber was für eins. Sagenhafte 40 Songs finden sich auf der “Homecoming”-Tracklist, darunter Mega-Hits wie “Sorry”, “Crazy in Love” und “Drunk in Love”, aber auch aktuelleres Material. Dazu gibt es zwei nette Bonus-Songs, unter anderem eine Studio-Version des Songs “I Been On”, den Beyoncé ja damals bei dem Auftritt debütieren ließ, sowie “Before I Let Go”, ein überaus gelungenes Frankie Beverly and the Maze-Cover, das die Gute am Ende leicht umtextet: “I pull up to Coachella / And boost with the ghost fellas / I brought the squad with me / Black on black bandanas, I / Dussé and Champagne / I did the damn thing / Dirty Diana / Singing and dancing all in the rain.”

Es ist natürlich kein Zufall, dass Beyoncé ausgerechnet den Coachella-Gig als Live-Platte veröffentlicht. Er hatte immerhin etwas Historisches an sich. Erstmals in der illustren Geschichte des legendären Festivals gab eine afro-amerikanische Künstlerin den Headliner. Beyoncés machte etwas Besonderes daraus, lieferte eine musikalisch und visuell hochwertige Show ab, teilte sich die Bühne mit rund 200 (!) Performern, darunter ihre früheren Kolleginnen von Destiny’s Child, Schwester Solange und Jay-Z. Ein Riesenspektakel, eine große Revue, ein choreografisches Meisterwerk – vor allem aber eine tiefe Verbeugung vor der afro-amerikanischen Kultur.

Begleitend dazu gibt es bei Netflix eine sehenswerte, mehr als zweistündige Doku über Beyoncés Coachella-Gig zu sehen, mit jeder Menge Interviews, Proben-Bilder, Footage des triumphalen Auftritts und intimen Einblicken. So darf der Zuschauer einen Blick hinter die glitzernde Fassade der großen Entertainerin werfen, und erfährt etwa, dass Beyoncé für das Festival eine extreme Diät machte, oder wie sie mit ihrer Schwangerschaftserkrankung umging, am Ende aber zwei gesunde Zwillinge gebar.

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Fazit: Ein Meisterwerk.

Anspieltipps: Crazy In Love, Sorry, Drunk in Love, Get Me Bodied, Before I Let Go

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