Beside Bowie: The Mick Ronson Story

Beside Bowie (foto: universal music)

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Er gehörte zweifellos zu den großen Gitarristen und Produzenten der 70er Jahre: Mick Ronson. Dem 1993 verstorbenen Briten widmet sich nun die Doku “Beside Bowie: The Mick Ronson Story”. Begleitend dazu erscheint ein Soundtrack.

Eigentlich tut man Mick Ronson Unrecht. Der Mann war ein begnadeter Gitarrist, einflussreich und stilprägend. In seinen Glanzzeiten arbeitete der Gute mit Größen wie Lou Reed, Morrissey, Ian Hunter, Mott The Hopple, Bob Dylan und, klar, David Bowie zusammen. In seinem Verhältnis zu letzterem spiegelt sich aber auch irgendwie das Elend der Karriere des viel zu früh verstorbenen Ronson wieder: Am Ende stand der frühere Schulgärtner immer im Schatten seiner Partner. Ronson ist die Blaupause des ewigen Sidekicks. Und so erinnert man sich natürlich an seinen Beitrag zur Musik der Ziggy-Stardust-Ära. Er war der Kopf von Bowies Begleitband The Spiders From Mars. Er schrieb dieses wichtige Kapitel der Musikgeschichte mit. Aber: An seine Solo-Arbeit erinnern sich nur eingefleischte Musikfans. Bowie sagte in den Neunziger Jahren in einem Interview über Ronson: “Als Rock-Duo waren wir mindestens genauso gut wie Mick und Keith oder Axl und Slash. Ziggy und Mick waren die Personifizierung des Rock-and-Roll-Dualismus.”

Unter dem treffend gewählten Titel widmet sich nun “Beside Bowie” dem Leben und Wirken des vergessenen Genies. Viele Weggefährten kommen zu Wort. Dazu zählen Tony Visconti und David Bowie. Letzterer taucht zwar nicht vor der Kamera auf, steuerte aber vor seinem Tod Audio-Kommentare für diesen Film bei. Wer sich vor allem für die Bowie-Zeit Ronsons interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten. Man erhält auch einen interessanten Einblick in die Irrungen und Wirrungen des Showbusiness. Wer sich aber für den Menschen und Künstler Mick Ronson vor und nach Bowie interessiert, wird hier nur mittelprächtig bedient. Schade. Aber es passt auch zur Karriere des ewigen Sidekicks.

Begleitend zu der Doku, bei der Jon Brewer Regie führte, hat Universal Music einen Soundtrack veröffentlicht (Digital, CD, Vinyl). Er kommt einer Karriere-Retrospektive Ronsons gleich. Die wirkt aber  unausgegoren, gibt sie doch dem eigenen Schaffen Ronsons wenig Raum. Tracks aus Micks erfolgreichstem Soloalbum “Slaughter On 10th Avenue” sucht man hier vergebens. Auch hier gilt insgesamt wieder: Viel Bowie. Mick Ronson – der ewige Sidekick eben.

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Fazit: Interessant:

Anspieltipps (Soundtrack): Time, Madmann Across The Water, Heroes, Midnight Love

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