Gallipoli (foto: 4AD)

Beirut – Gallipoli

Wer Zach Condon und Beirut über die Jahre treu geblieben ist, der war mit dem Musiker ja gefühlt schon überall. Ob in Santa Fe, Gibraltar, Nantes, Perth oder East Harlem. Auf seinem neuen Album „Gallipoli“ nimmt einen der Gute jetzt mit nach Süditalien.

Zach Condon ist ja ein bisschen so etwas wie der Karl May der Indie-Musik. Durch das ganze Name-Dropping von Örtlichkeiten in seinen Song-Titeln erweckt er ja immer den Eindruck, selbst schon an eben jenen Locations gewesen zu sein, die er da so sehnsuchtsvoll besingt. War er aber nicht immer, obwohl Condon zugegebenermaßen ein Kosmopolit und schon gut in der Welt herumgekommen ist.

In Gallipoli, jener Kleinstadt im süditalienischen Apulien, ist der Musiker aus New Mexico aber tatsächlich gewesen. Hier, so will es die Legende zum Album, wurde Condon Zeuge einer Prozession, bei der Priester eine Statue ihres Stadtheiligen zur Musik einer Blaskapelle durch die mittelalterliche Altstadt trugen. Binnen 20 Minuten will das Beirut-Mastermind dann den titelgebenden Track geschrieben haben, aus dem sich schließlich das ganze Album entwickelte.

An eben jenem arbeitete Condon allerdings auch schon seit 2016, aber weil doch ziemlich viel im Leben des eigenwilligen Musik-Nerds passiert ist – unter anderem ein Umzug von New York City nach Berlin – hat es sich mit der Sound-Tüftelei etwas hingezogen.

Geändert hat sich am typischen Beirut-Sound dabei aber am Ende (glücklicherweise) gar nicht so viel. Im Gegenteil, es geht sogar wieder etwas back to the roots. Immer noch serviert uns Condon seinen – hier und da durch ein paar Sonnenstrahlen gebrochenen – Weltschmerz mit einer Mischung aus Indie-Pop, Folk, Synthie, Swing, Jazz, Klezmer und Balkan-Brass. Condon singt wie immer lieblich und sehnsuchtsvoll, lässt aber auf Tracks wie „Corfu“ oder „On Mainau Island“ einfach mal nur die Instrumente sprechen. Hier und da klingt das Ganze dann genauso toll wie 2006 auf „Gulag Orkestar“, auch, weil Condon mal wieder seine Farfisa-Orgel zum Einsatz bringt.

Keine Frage“: Gallipoli“ ist ein Album voller schöner Momente, eine deutliche Steigerung zu „No No No“ – und mit Sicherheit eines der stärksten Beirut-Alben überhaupt.

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Fazit: Stark.

Anspieltipps: When I Die, Gallipoli, Corfu, On Mainau Island, Gauze Für Zah, Landslide

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