Anna Depenbusch – Das Alphabet der Anna Depenbusch in Schwarz-Weiß

Anna Depenbusch - Alphabet (foto: sony)

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8 Columbia Records / Sony
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Wir erinnern uns: Im vergangenen Jahr begeisterte uns die Hamburger Musikerin Anna Depenbusch mit ihrem Comeback-Album “Das Alphabet der Anna Depenbusch”. Und weil es so schön war, legt die Gute die Platte nun neu auf. Allerdings hat Depenbusch die Songs neu eingespielt – solo am Klavier. 

“Das Alphabet der Anna Depenbusch” war im vergangenen Jahr tatsächlich so etwas wie ein Comeback. Fünf Jahre lang hatte die Gute keinen Longplayer mehr veröffentlicht, nachdem sie mit den neuen Bossen ihres Stammlabels nicht mehr klarkam. Wollten die doch tatsächlich, dass Depenbusch auch Songs interpretiert, die sie nicht selbst geschrieben hatte. Beinahe ein Frevel. Wollte die gute Anna natürlich nicht, und so ging viel Zeit ins Land, ehe sie sich mit “Das Alphabet der Anna Depenbusch” zurückmeldete. Die Songs hatte sie allesamt selbst geschrieben, klar, und das Album war so etwas wie ein Verbindungsstück zwischen dem Debütalbum “Die Mathematik der Anna Depenbusch” (2011) und dem eher poppigen geratenen Nachfolger „Sommer aus Papier“ (2012). Wir waren uns sicher: Das war Kunst.

Nun ist es bei Depenbusch ja üblich, ihre Alben nochmal in “Schwarz-Weiß” zu veröffentlichen, die Songs nach einer Weile nochmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Hatte sie ja damals bei ihrem Debüt auch schon gemacht. Die reduzierte Form legt völlig neue musikalische Seiten und Nuancen der Songs frei, manchmal verändert sich auch der Charakter eines Liedes. Immer aber steht Depenbuschs Stimme dann mehr im Vordergrund. Da gibt es kein Verstecken mehr hinter irgendeiner Band, nein, da muss Depenbusch alleine liefern. Das tut sie. Sie flüstert und pfeift, sie streichelt, bebt, spottet und berührt. Das alles mit viel Gefühl, die Atmosphäre wirkt ungeheuer intim.

Die Klavierversionen des Albums erarbeitete Depenbusch dem Vernehmen nach im vergangenen Sommer, während ihres Aufenthaltes in der Villa Massimo in Rom, wo sie als Stipendiatin kreativ arbeiten durfte. Das dortige Stipendium gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für deutsche Künstler im Bereich der Literatur, Musik, Architektur und der Bildenden Kunst. Und wenn es einer verdient hat, dann die Hamburger Liedermacherin …

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Fazit: Die Neubearbeitung hat sich gelohnt.

Anspieltipps: Fürimmersekunde, Alphabet, Frauen wie Sterne

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