Amos Lee – My New Moon

Amos Lee - My New Moon (foto: dualtone music group)

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7 Dualtone Records / eOne
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Auf seinem nunmehr siebten Studioalbum verhandelt Amos Lee die Themen Verlust und Hoffnung. “My New Moon” erscheint am 31. August via Dualtone.

Keine Frage: Amos Lee ist ein begnadeter Singer-Songwriter. So gut, dass er schon mit Norah Jones zusammenarbeiten und mit Größen wie Bob Dylan, Elvis Costello, Paul Simon, Adele und Merle Haggard auf Tour gehen durfte.

Bei seiner letzten Veröffentlichung,  “Spirit” (2016), fungierte der Musiker aus Philadelphia erstmals auch als Produzent. Doch obwohl die Platte künstlerisch und kommerziell ein Erfolg war, scheint das vorerst eine einmalige Angelegenheit gewesen zu sein. „Die Produktion meines letzten Albums war cool und ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit”, sagt Amos, “aber nachdem ich es getan habe, wurde mir klar, dass ich viel lernen musste und dass ich meine Energie lieber auf die Auftritte und auf das Songwriting konzentrieren wollte. Für dieses Album wollte ich mich öffnen und mich mit jemandem zusammenschließen, der leidenschaftlich und kreativ ist und wirklich mit mir zusammenarbeiten konnte, um das Album klanglich und musikalisch zu verbessern.”

Diesen Jemand fand Lee in dem Produzenten Tony Berg, der auch schon mit Phoebe Bridgers, Peter Gabriel und Andrew Bird zusammengearbeitet hat. „Tony ist ein großherziger Mann, und er hat mir wirklich geholfen, Bereiche zu erkunden, die ich nicht wirklich zu erreichen wusste. Seine Ideologie lautet: Lasst uns weiter an unsere Grenzen gehen, als wir wollen und sehen, was passiert”, berichtet Amos begeistert über die Aufnahmen, die im Zeitgeist Studio in Los Angeles stattfanden. Als Gäste luden sich die beiden einige namhafte Studio-Größen ein, darunter die Multi-Instrumentalisten Ethan Gruska und Blake Mills, Benmont Tench (Tom Petty & The Heartbreakers) und Patrick Warren an den Keyboards, Greg Leisz an  der Pedal Steel, Rob Moose an der Gitarre sowie Matt Chamberlain (Pearl Jam, Tori Amos) am Schlagzeug.

Lee startete zunächst mit 50 Songs, am Ende wurde das Ganze aber auf zehn Songs reduziert, die sich im Bereich Americana bewegen, aber mit einem Schuss Soul angereichert sind. Zehn Songs, oft in feine Melancholie getränkt, aber doch bricht sich hier und da das Licht der Hoffnung durch sie Bahn. Ein Song wie “Little Light” spiegelt das ganz gut. „‘Little Light‘ ist die Geschichte einer Familie, die ich sehr gut kenne und deren Tochter eine sehr schwere Krebserkrankung hatte “, sagt Lee. “Sie ist ein wunderbares Kind, das viel leiden musste, und manchmal meldeten sie und ihr Vater sich per FaceTime aus ihrem Krankenhauszimmer und ich hab für sie gesungen. Ich wollte ihr etwas mit Hoffnung schreiben und sie daran erinnern, dass sie großartig ist.”

Manchmal, wie etwa in “Hang On, Hang On”, das den Tod von Amos Lees Großmutter verhandelt, ist alle Hoffnung zwar vergebens, aber grundsätzlich will das Album den Hörer davon überzeugen, dass es irgendwann diesen Silberstreif am Horizont geben wird. Selbst in jenen Momenten, in denen Lee politisch wird. „In den Zeiten der aktuellen politischen Krisen glaube ich, dass es auch das Gefühl gibt, dass was Neues kommen muss. Genau darum geht es im Titel der Platte – eine scheinbar völlige Dunkelheit, die auch ein Anfang ist. Ich weiß, dass die Zeiten, in denen ich am meisten gewachsen bin, Zeiten der Krise waren, als ich nicht sicher war, wer ich war.“

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Fazit: Auch für Amos Lee ein neuer Anfang.

Anspieltipps: No More Darkness, No More Light; Little Light; Hang On, Hang On

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