Zum 20. Todestag: Kurt Cobain

Kurt Cobain (foto: wikipedia/thomas mikael)

Kurt Cobain (foto: wikipedia/thomas mikael)

Heute vor genau 20 Jahren ist Nirvana-Frontmann Kurt Cobain gestorben. Möglicherweise war er eine der letzten Musik-Ikonen. Und vor allem eine, die nie eine sein wollte.

Zu sagen, Nirvana hätten den Grunge erfunden, ist schlichtweg falsch. Keine Frage, sie waren die Galionsfiguren des Genres, ebenso wie Elvis für den Rock ’n‘ Roll oder die Sex Pistols für den Punk. Sie haben das Genre massentauglich gemacht. Oder wie es der „New Yorker“ formuliert hat: „Nirvana sounded like nothing on the radio, and then, all of sudden, everything on the radio sounded like Nirvana.“

Schuld daran war das unwiderstehliche „Smells Like Teen Spirit“, das am 10. September 1991 als erste Single-Auskopplung des legendären „Nevermind“-Albums veröffentlicht wurde – samt dem Video, dem das Konzept eines Schulkonzerts, das im Chaos endet, zugrunde liegt. Bis heute ist dieser Clip eines der meistgespielten Musikvideos.

Die Idee zu dem Song-Titel stammt übrigens von einem Deodorant. Cobains damalige Freundin Tobi Vail nutzte „Teen Spirit“, und nach einer durchzechten Nacht sprühte die Cobain-Bekannte Kathleen Hanna „Kurt smells like teen spirit“ an die Wand des Zimmers, in dem Cobain schlief. Kurt wusste zwar nichts von der Deo-Marke, der Satz gefiel ihm aber und er entschloss sich, diesen in einem Song zu nutzen.

Der Song katalputierte die Band überraschend weltweit an die Spitze der Charts. Alternative Rock war im Mainstream angekommen. „Smells like teen spirit“ und „Nevermind“ brachten der Band und vor allem Kurt Cobain gigantischen Ruhm ein. Mit schwermütigen Songs über zerbrochene Liebe, Hoffnungslosigkeit, Drogen und Gewalt wurden sie zu Wortführern einer ganzen Alterskohorte. „Er wurde zur Symbolfigur einer vom haltlosen Hochglanz und den kapitalistischen Exzessen der Achtziger abgestoßenen und schwer desillusionierten Generation junger Menschen“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ in einem Nachruf. Mit dieser Rolle kam der öffentlichkeitsscheue Cobain nie klar. Er hasste den Erfolg, und auch mit „Nevermind“ konnte Cobain nie wirklich etwas anfangen. Zu glatt poliert wirkte es ihm. Für das nächste Album „In Utero“ wählte er daher einen sperrigeren Zugang.

Drogensucht, ein chronisches Magenleiden und psychische Probleme erschwerten ihm zusätzlich das Leben.

Am 5. April 1994, im Alter von nur 27 Jahren, schob sich Kurt Cobain in seiner Villa in Seattle unter dem Einfluss von Heroin eine Schrotflinte in den Mund.

Auf seinem Abschiedsbrief fanden sich folgende letzte Worte: „It’s better to burn out than to fade away.“

Text: Benjamin Fiege

1 Comment

  • Tina sagt:

    Nirvana – mittlerweile schon fast eine Legende. Ich habe diese freie und emotionale Zeit miterlebt. Ich will keine einigen Song missen. jeder Einzeln ein Meisterstück, leider auch überschattet durch dieses tragische Ende.

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