Yazoo

Yazoo (foto: wikimedia/livepict.com)

Retrospektiv betrachtet dauerte die Karriere von Yazoo nur einen Wimpernschlag an. Und doch hat das britische Synthie-Pop-Duo, bestehend aus Vince Clarke und Alison Moyet, in dem Jahr seines Bestehens drei absolute Klassiker der Achtziger Jahre geschaffen: „Only You“, „Don’t Go“ und „Situation“. 

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Was mit dieser Schwurbelei gemeint ist: Ohne die Beinahe-Trennung von Depeche Mode hätte es kein Yazoo gegeben. Am Ende ist es aber nur Songwriter Vince Clarke, der die Band verlässt. Wir schreiben das Jahr 1981 und dem guten Vince ist der ganze Rummel nach den Depeche-Mode-Hits  „Dreaming Of Me“, „New Life“ und „Just Can’t Get Enough“, die aus seiner Feder stammen, einfach zu groß.

Lust auf Musik hat er aber immer noch. Und so sucht der gute Clarke nach neuen musikalischen Partnern und schaltet zu diesem Zweck in diversen Musik-Magazinen entsprechende Anzeigen. Mit Erfolg. Es dauert nicht lange, bis sich auf eine solche nämlich die Blues- und Jazzsängerin Alison Moyet meldet. Man kann miteinander und beschließt, zusammenzuarbeiten.

Auch ein Bandname ist schnell gefunden. Die beiden benennen sich nach dem alten Mississippi Blues-Label Yazoo Records und beginnen direkt an den Songs „Only You“ und „Situation“ zu arbeiten. Die Tracks erscheinen schließlich im April 1982 auf der Debütsingle und hieven die Band direkt in die Charts. Der Sound der Gruppe ist innovativ, dieser eigentümliche Mix aus Electro-Pop und Moyets eindringlicher Blues-Stimme.

Auch die Ballade „Only You“, die Clarke ursprünglich seinen Ex-Kollegen von Depeche Mode anbot, wird für Yazoo zu einem großen Erfolg und motiviert das Duo weiterzumachen. Zum Signature Tune der Band wird das im Juli des selben Jahres veröffentlichte „Don’t Go“.

Mitte des Jahres 1982 bringen Yazoo das Album „Upstairs At Eric’s“ auf den Markt, das von der Kritik gut angenommen wird. Clarke lässt sogar zu ein paar Live-Konzerten hinreißen. Aus dem kleinen Projekt ist plötzlich wieder eine richtige Band mit den üblichen nervigen Verpflichtungen geworden. Ob das gut geht?

Nein.

Im April 1983 folgt mit dem von Moyet geschriebenen „Nobody’s Diary“ eine weitere erfolgreiche Single, bevor im Juli des selben Jahres das zweite Album, „You and Me Both“ veröffentlicht wird, für das Moyet und Clarke jeweils etwa die Hälfte der Lieder schrieben. Doch kurz nach dem Release löst sich die Band auf. Moyet begründet den Schritt im Mai 1983 per NME wie folgt: „Hauptsächlich liegt es daran, dass der frühere Zauber verflogen ist (…) Am Anfang war alles noch spontan und aufregend, aber nach ein paar erfolgreichen Singles kommst du unweigerlich in diese übliche Veröffentlichungs-Tretmühle.“

Vince Clarke gründet daraufhin zunächst mit dem Sänger der Undertones, Feargal Sharkey, und Toningenieur Eric Radcliffe The Assembly und schließlich 1985 zusammen mit Andy Bell das Duo Erasure. Alison Moyet beginnt hingegen 1984 eine erfolgreiche Solokarriere.

1999 erscheint mit „Only Yazoo“ eine Best Of-Compilation mit diversen Remix-Versionen der alten Klassiker.

Im Frühjahr 2008 gehen Vince Clarke und Alison Moyet auf eine Reunion-Tour durch Europa. Dabei spielen sie auch zwei Konzerte in Hamburg und Berlin. Gleichzeitig erscheint mit „In Your Room“ eine 4-Disc-Box mit beiden remasterten Alben und unveröffentlichtem Material (wie Remixversionen und Interviews).

Im September 2010 wird aus dem Live-Material der Tour das Album „Reconnected:Live“ mit zwei CDs kompiliert.

DISKOGRAFIE

1982: Upstairs at Eric’s

1983: You and Me Both

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