William Patrick Corgan – Ogilala

William Patrick Corgan - Ogilala (foto: bmg/warner)

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8 BMG / Warner

8

William Patrick Corgan – the artist formerly known as Billy Corgan – hat mit „Ogilala“ sein zweites Solo-Album vorgelegt.

William Patrick Corgan? Nie gehört? Klar, bei dem Nachnamen „Corgan“ klingelt es dann doch bei den meisten und sie erinnern sich an den guten Billy, der in den neunziger Jahren mit den Smashing Pumpkins die Alternative-Music-Szene auf links drehte. Als sich die Band im Jahr 2000 trennte, startete der gute Billy solo durch. Zwar wiedervereinigte sich die Kapelle im Jahr 2005, aber an die alten Erfolge konnte sie nicht mehr anknüpfen. Auch die Solo-Karriere von Billy Corgan war dann bislang doch eher so meh. Vielleicht hatte der Mann in seinen jungen Jahren die Messlatte einfach zu hoch gehängt, wer weiß. Zwischenzeitlich (und immer noch) versuchte sich Corgan denn sogar im Wrestling-Business. Auch das war bisher noch nicht wirklich von Erfolg gekrönt.

Musik macht er aber immer noch, wie die nun vorliegende Platte beweist. Es ist sein zweites Solo-Werk – und das erste, das er unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht. Die Botschaft ist klar: Hier meint es einer ernst, hier will einer authentisch sein. Das spiegelt sich auch in den Songs wieder, bei denen Corgan sich aufs Wesentliche konzentriert – und jegliche überflüssigen Sperenzchen weglässt. Man muss es so frei sagen: Das sind einfach durch die Bank weg gute Songs, die uns der Herr hier anbietet. Elf meist reduziert wirkende Gitarren-Nummern, die Produzent Rick Rubin dann noch mit stimmigen Klavier- und/oder Streicher-Passagen veredelt hat. Ein Kniff, der schon bei Rubins Zusammenarbeit mit Johnny Cash gut funktioniert hat.

Besonders gefallen dabei die vorab ausgekoppelte, herbstliche Ballade „Aeronaut“ und das beinahe schon ätherisch anmutende „The Spaniards“. Aber auch die beiden eröffnenden Tracks – „Zowie“, eine Verneigung vor David Bowie, und „Processional“ – ziehen einen direkt in ihren Bann. Die beiden eher streicherlastigen „The Long Goodbye“ und „Half-Life On An Autodidact“ hätten auch die Jungs von R.E.M. stolz gemacht.

Klar, sicher, dem einen oder anderen mag das insgesamt zu viel Kitsch und Zuckerguss sein, aber: Das Ding hat aber Qualität genug, um das ausnahmsweise durchgehen zu lassen.

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Fazit: Welcome back, William.

Anspieltipps: Aeronaut, The Spaniards

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