Where are they now? Die Wrestling-Stars der 1980er und 1990er

Vor 30 Jahren war Wrestling eine Show muskelbepackter Großmäuler, die allenfalls in den USA  ein paar Hallen füllte. Dann kam die  Veranstaltungsreihe „Wrestlemania“ und mit ihr wurde der Schaukampf zum globalen Geschäft.  Zeit, sich an jene Akteure zu erinnern, die dem Wrestling den Weg ebneten. Nicht immer zu ihrem Besten. 

Randy Savage (foto: wikipedia/ John McKeon)

Randy Savage (foto: wikipedia/ John McKeon)

Randy „Macho Man“ Savage: „Ooooh yeah“ – das war der Wahlspruch des Paradiesvogels „Macho Man“ Randy Savage. Stets vorgetragen mit einer unglaublich tiefen Stimme. In den 1980er-Jahren war er einer der ganz Großen  neben Hogan  – und im realen Leben sozusagen sein Erzfeind. Sein Leben endete tragisch: Randall Mario Poffo, so sein bürgerlicher Name,  fuhr im Alter von 58 Jahren am 20. Mai 2011 in Florida mit seinem Auto  frontal gegen einen Baum. Er war sofort tot, während seine Beifahrerin, Ehefrau Barbara, leicht verletzt wurde. Offenbar hatte der frühere Wrestling-Star am Steuer einen Herzinfarkt erlitten, der durch eine Vergrößerung des Herzens und defekte Arterien ausgelöst wurde. Poffo selbst soll von dieser Krankheit nichts gewusst haben.

Ric Flair (foto: wikipedia/Matthew Glover)

Ric Flair (foto: wikipedia/Matthew Glover)

Richard Morgan  „Ric Flair“ Fliehr: Dass Ric Flair, in den 1980er-Jahren eine fast ebenso große Wrestling-Aushängetafel wie der ewige Konkurrent Hulk Hogan,   vier Jahrzehnte lang im Ring stand, grenzt an ein Wunder. 1975 nämlich zog sich der „Nature Boy“ bei einem Flugzeugabsturz eine böse Rückenverletzung zu.  Da wäre eine gerade erst hoffnungsvoll begonnene Karriere beinahe schon zu Ende gewesen. Bis 2012 hielt Ric Flair aber durch und  mimte in den Shows meist den Bösewicht, den reichen Schnösel. Den exzessiven Lebensstil seines Wrestling-Charakters lebte er auch wahren Leben aus, heiratete vier Mal und ließ sich ebenso oft wieder scheiden. Was ihn jedoch nicht daran hinderte, sich den Republikanern als Kandidat für das Amt des Gouverneurs von North Carolina anzudienen – erfolglos.  Jüngst musste der 65-Jährige einen schweren Schicksalsschlag einstecken, als  Sohn Reid, ebenfalls Wrestler, an einer Überdosis Heroin starb.

Hulk Hogan (foto: wikipedia/John McKeon)

Hulk Hogan (foto: wikipedia/John McKeon)

Terry „Hulk Hogan“ Bollea: Es war Hulk Hogan (auf dem Foto ziemlich am Boden), der in den 1980er-Jahren dem Wrestling ein Gesicht gab. Neben Vince McMahon, dem Besitzer und großen Zampano der Wrestling-Liga World Wrestling Federation (WWF, heute: WWE), war er dafür verantwortlich, dass es diese Form der Unterhaltung aus  miefigen US-Turnhallen weltweit in die großen Arenen schaffte. Hogan wurde zu einer weltweiten Marke. Doch statt als Lichtgestalt gefeiert zu werden, ramponierte sich Hogan in den vergangenen Jahren  zunehmend sein Image. Dazu trugen  peinliche Filme (unter anderem „Santa Claus mit Muckis“) und Reality-TV-Formate bei. Aber auch als belächelter Wrestler-Oldie besitzt der „Hulkster“ noch einiges an Zugkraft.  So konnte der 60-Jährige kürzlich seine Rückkehr in den Wrestling-Zirkus feiern. Allerdings nicht mehr als aktiver Kämpfer.

The Rock (foto: wikipedia/foto: Simon)

The Rock (foto: wikipedia/foto: Simon)

Dwayne „The Rock“ Johnson: Als Dwayne D. Johnson 1996 sein Debüt feierte, hielt es kaum jemand für möglich, dass aus dem Kerl etwas in diesem Geschäft werden würde. Das Publikum hasste ihn,  weil es ihn  mies und stinklangweilig  fand. Die Veranstalter reagierten flugs und clever – und ließen Johnson fortan den  Bösen spielen. Das rettete  seine Karriere. Johnson entwickelte sich als „The Rock“ zu einem der größten Stars, die das Wrestling jemals hervorgebracht hat. Auch außerhalb des Rings. Denn  der markante Glatzkopf ist ein gefragter Mime und spielte beispielsweise den „Skorpionkönig“ in „Die Mumie“. 2013 kürte ihn das Forbes-Magazin zu dem Schauspieler, der das meiste Geld generiert hat: Seine Filme spielten in jenem Jahr 1,3 Milliarden US-Dollar ein. Trotz seines Erfolges in  Hollywood steigt Johnson,42,  unregelmäßig in den Ring.

Bret Hart (foto: wikipedia/mandy coombes )

Bret Hart (foto: wikipedia/mandy coombes )

Bret „The Hitman“ Hart: Er sollte in den 1990er-Jahren die große Reklametafel der WWF werden und Hulk Hogans Nachfolger als Fleisch gewordene Gelddruckmaschine: der Kanadier Bret Hart. Als die Liga  1997 aber in  finanzielle Schieflage geriet, ließ sie  Hart  zur Konkurrenz WCW ziehen. In seinem letzten WWF-Kampf betrog ihn Liga-Boss Vince McMahon und änderte  eigenmächtig das abgesprochene Ende des Kampfes –  live  vor den Kameras. Dieser Vertrauensbruch sorgte   lange für böses Blut. Als dann Harts Bruder Owen, ebenfalls Wrestler, bei  einer Show ums Leben kam, ging es für den „Hitman“ bergab. Eine Gehirnerschütterung beendete seine  Karriere, später erlitt er  einen Schlaganfall. Nach Jahren der Bitterkeit hat sich Hart, 56, mittlerweile mit den Gegnern von einst ausgesöhnt.

Undertaker (foto: wikipedia/felipe bascuñan)

Undertaker (foto: wikipedia/felipe bascuñan)

Mark „The Undertaker“ Callaway: Wenn der Schwarz gewandete Undertaker mit seinen mehr als zwei Metern Körpergröße und einem Kampfgewicht von deutlich mehr als zwei Zentnern zu düsteren Klängen und nebelumwabert am Ring erscheint, läuft noch immer so manchem ein Schauder über den Rücken. Obwohl er sich in den Hallen rarmacht,  ist der sichtlich gealterte Mark Callaway, 49,  hierzulande noch immer einer der  populärsten Wrestler. Hauptberuflich vertickt der „Bestatter“ – man höre und staune – mittlerweile Immobilien in seiner Heimat Texas. Klar, wer  da die Oberhand behält.

Text: Benjamin Fiege

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