U2 – Songs Of Experience

U2 - Songs of Experience (foto: universal music)

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5 Universal Music

5

„Schreibe, als wenn du tot wärst“ – dieses Zitat des irischen Poeten und Schriftstellers Brendan Kelly gab die Richtung der 13 Rock-Songs vor, die U2 auf ihrem 14. Studioalbum „Songs Of Experience“ versammeln, das heute erschienen ist. 

Das Resultat dieser Herangehensweise: In den Liedern, die als persönliche Briefe an Familie, Freunde und Fans gehört werden können, richtet sich Bono an Orte und Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen. Etwa an seine Frau, die er in der nachdenklichen Nummer „Landlady“ verewigt.

Eine interessante Prämisse ist das Ganze allemal, leider machen U2 doch sehr wenig daraus. Das Album wirkt nicht wie aus einem Guss (kein Wunder bei der Vielzahl an Produzenten), sondern überraschend saft- und kraftlos. Mehr wie eine routinierte Fingerübung denn wie der Versuch, etwas für die Ewigkeit zu schaffen. Blutleere Tracks wie „Lights Of Home“, „The Blackout“ oder „You’re The Best Thing About Me“ sind U2 at it’s worst, leidlich eingängig zwar, mit dem Stadion im Hinterkopf geschrieben, textlich aber untere Schublade für eine Band, die in ihrer Karriere doch schon so manches Meisterwerk ablieferte. Selbst eine Ballade wie „The Little Things That Give You Away“, sonst immer eine große Stärke der Gruppe, lässt einen diesmal kalt. V

Und so ist auch dieses – in Dublin, New York und Los Angeles aufgenommene – Album kein wirklicher Befreiungsschlag für die irischen Superstars, die in den vergangenen Jahren eher mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam machten. Sei es mit dem PR-Desaster rund um die Veröffentlichung des Vorgängeralbums „Songs Of Innocence“ (2014) oder mit Bonos Steuer-Geschichten, die sein Saubermann-Image nachhaltig beschädigt haben. Wenn er nun wie in dem Outro des Songs „Get Out Your Own Way“ Kendrick Lamar Zeilen wie „blessed are the filthy rich“ vortragen lässt, klingt das schon wie blanker Hohn. Den moralisch über jeden Zweifel erhabenen Weltverbesserer, den er auch auf diesem Album zu geben versucht, will man ihm nun nicht mehr abnehmen.

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Fazit: Biederer Durchschnitt. Mit viel Wohlwollen.

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