The List: Tom Jones – Tribute to the Tiger

Tom Jones mit Janis Joplin (foto: unknown)

Der Tiger ist zurück. Soeben hat Sir Tom Jones mit„Long Lost Suitcase“ das letzte Album einer Trilogie veröffentlicht, auf denen er Songs versammelt hat, die ihn über die Jahre geprägt und begleitet haben. Zuvor erschienen bereits „Praise & Blame“ (2010) und „Spirit In The Room“ (2012). „Long Lost Suitcase“ begleitet zugleich die Veröffentlichung seiner ersten Autobiographie. Grund genug für uns also, dem Waliser Ausnahmekünstler Tribut zu zollen – und die liebsten Songs der Redaktion vorzustellen.

10. Tower of Song

Mitte der Achtziger gewann Leonard Cohen gerade wieder etwas an Momentum zurück, einem Miami-Vice-Auftritt und einer musikalischen Ehrerbietung Jennifer Warnes‘ war Dank. Und so nahm der Gute das Album „I’m Your Man“ (1988) auf, auf dem sich auch „Tower of Song“ befindet. Tom Jones verneigte sich auf „Spirit in the Room“ (2012) mit einer Coverversion vor dem Altmeister.

 

09. She’s A Lady

Paul Anka schrieb den Song, Tom Jones nahm in 1971 auf und startete damit endlich auch in den USA so richtig durch. In den Billboard 100 musste er sich nur Janis Joplins „Me and Bobby McGee“ geschlagen geben. Wegen der expliziten Lyrics musste Anka den Original-Text noch einmal umschreiben. Auf Ankas 2013er-Album „Duets“ singen die beiden den Track gemeinsam.

08. Help Yourself

Nicht nur die Deutschen waren zwischenzeitlich ganz groß darin, sich ausländische Titel zu greifen und sie für den heimischen Markt aufzubereiten. Das konnte man offensichtlich auch auf der Insel. „Help Yourself“ hieß ursprünglich mal „Gli occhi miei“ (italienisch für „Meine Augen“). Das italienische Original  stammt vom Autorenduo Carlo Donida und Mogol, das erstmals von Wilma Goich und Dino beim Sanremo-Festival 1968 der Öffentlichkeit vorgespielt wurde. In der englischen Coverversion von Tom Jones wurde das Lied aber erst international bekannt.

07. Thunderball

„Thunderball“ war 1965 der Titel-Track zum gleichnamigen James-Bond-Film (im Deutschen: „Feuerball“) mit Sean Connery. Der Legende nach ist Tom Jones bei der Aufnahme in Ohnmacht gefallen, als er die finale hohe Note sang. Jones: „I closed my eyes and I held the note for so long when I opened my eyes the room was spinning.“

06. I’ll Never Fall In Love Again

Lonnie Donegan, Co-Autor und Interpret des Songs, wurde ein guter Freund von Tom Jones, nachdem die beiden ein paar gemeinsame Shows gespielt hatten. Donegan bot Jones schließlich an, das Stück zu singen, weil er selbst es eigentlich nie richtig hinbekam. Der große Bruder dieses Stücks war „I’m Never Going To Cease My Wandering“, das in den Dreißiger Jahren zu Zeiten der Depression entstand und zum festen Soundtrack vieler Waliser Pubs gehörte. Jones nahm den Song 1967 und nochmals 1969 auf.

 

05. Green, Green Grass of Home

Ursprünglich, präziser: 1965,  war das Ding mal ein großer Country-Hit von Porter Wagoner. Erst sang es aber Johnny Darrell, später versuchten sich auch Bobby Bare und Elvis Presley an der Nummer. Richtig erfolgreich wurde der Titel aber in der Tom-Jones-Version (1966), der sich wiederum an der Version von Jerry Lee Lewis orientierte. Tja, so funktionierte das Biz damals.

04. Sex Bomb

Mit dem Album „Reload“ (1999) bewies der Waliser, dass mit ihm auch im neuen Jahrtausend zu rechnen sein würde und er noch lange nicht zum alten Eisen gehörte. Erfolgreichster Hit des Longplayers war „Sex Bomb“, das in Zusammenarbeit mit Mousse T entstand und im Jahr 2000 als Single veröffentlicht wurde.

 

03. Delilah

Eine Mörderballade im wahrsten Sinne des Wortes. Tom Jones gibt den Gehörnten, der durchs Fenster beobachtet, wie sein Mädchen es mit einem anderen Mann treibt. Blind vor Wut klopft er später an ihre Tür und ersticht sie. Während sie verblutet, bittet er sie noch um Vergebung. „Forgive me, Delilah, I just couldn’t take any more“. War 1968 ein Riesenhit, auch in Deutschland ging er auf Nummer eins.

 

02. It’s Not Unusual

Eigentlich hatten Les Reed und Gordon Mills den Song für Sandie Shaw geschrieben, der bis dato unbekannte Tom Jones sollte nur das Demo einsingen. Letztlich war Shaw aber so begeistert von der Darbietung des kleinen Tigers, dass sie ihm den Track überließ. Der veröffentlichte ihn als zweite Single bei Decca (1965) und landete damit im UK einen Nummer-Eins-Hit. Unsterblich wurde der Song auch, weil er in der TV-Serie „Fresh Prince of Bel-Air“ (mit Will Smith) als Running Gag eingesetzt wurde: Der von Alfonso Ribeiro verkörperte „Carlton“ ging grundsätzlich zu diesem Song steil.

 

01. Kiss

Dieser Song war in der Prince-Version aus dem Jahr 1986 schon purer Sex, drei Jahre später durfte der Tiger (feat. Art Noise) ran – und verlieh dem Song seinen ganz eigenen Vibe. Unser Lieblingstitel von Big Tom. In England wurde das Ding erfolgreicher als das Original. 2003 nahm Jones nochmal einen Remix auf.