The List: Michael Hutchence – In Memoriam

INXS - Kick (foto: pr)

Eines dieser großen kreativen Talente, das an dieser Welt zerbrach: Am 22. November 1997 wurde Michael Hutchence tot in seinem Hotelzimmer in Sydney aufgefunden. Zu seinem Todestag ehren wir den INXS-Frontmann mit einer Auswahl unserer liebsten Songs des weltgewandten Australiers.

10. Disappear

Mit „X“ (1990) gelang es INXS nach dem Megaseller „Kick“ noch mal nachzulegen, ohne das Erfolgsalbum jedoch kommerziell übertreffen zu können. Gut war’s trotzdem. „Disappear“ ist die zweite Single aus „X“ und eine Co-Produktion von Michael Hutchence und INXS-Drummer Jon Farrisss, die während ihrer gemeinsamen Zeit in Hongkong entstand.

09. Everything

1997 erschien mit „Elegantly Wasted“ das letzte INXS-Album mit Michael Hutchence am Mikro; „Everything“ war die zweite Single daraus. Ein großer kommerzieller Wurf war sie nicht, wurde allerdings auch nur in Mexiko, Europa und Australien veröffentlicht. Das Video (Regie: Paul Boyd) mit der rotierenden Bühne ist aber in guter Erinnerung geblieben.

08. Rooms For The Memory

Zwischenzeitlich versuchte sich der gute Hutch auch als Schauspieler. In Erinnerung blieb dabei vor allem sein Rolle als Sam, dem drogensüchtigen Frontmann der fiktiven Band Dogs in Space im gleichnamigen Film. Bei dem australischen Streifen aus dem Jahre 1986 führte Richard Lowenstein Regie, den INXS auch gelegentlich für ihre Videos engagierten. Zum Soundtrack steuerte Michael Hutchence solo mehrere Titel bei. Das ist unser Favorit:

07. Beautiful Girl

„Beautiful Girl“ was die fünfte Auskopplung aus dem 1992er-Album „Welcome To Wherever You Are“ und wurde laut Andrew Farriss durch die Geburt seiner Tochter inspiriert. Farriss: „I was writing lyrics like ‚Baby Don’t Cry‘ and ‚Beautiful Girl‘ and lyrics just about how wonderful it is to have something else in your life besides yourself to worry about and think about.“ Die Lyrics spielten übrigens eine tragende Rolle bei der Namensgebung dieses Magazins.

06.  Johnson’s Aeroplane

Mit ihrem vierten Album „The Swing“ setzten INXS zwar weiterhin auf Rock-und New-Wave-Elemente, legten aber auch ein verstärktes Augenmerk auf tanzbare Rhythmen. Die großen Hits waren hier andere („Original Sin“!), uns aber hat das oft vernachlässigte „Johnson’s Aeroplane“ immer ganz gut gefallen. Das Video stammt von einem Konzert in Rotterdam 1985.

05. Slide Away

Michael Hutchence erlebte die Veröffentlichung seines ersten regulären Solo-Albums nicht mehr. Posthum erst, zwei Jahre nach seinem Ableben, erblickte „Michael Hutchence“ das Licht der Welt. 1995 nahm Hutchence die Arbeit an dem Longplayer auf, fertigstellen konnte er ihn selbst nicht mehr. Den Job erledigten schließlich Andy Gill (Gang of Four) und Produzent Danny Saber (Black Grape). Der Track „Slide Away“ wirkt mit seinen Lyrics wie eine düstere Vorahnung: „I just wanna slide away and come alive again“. Die Lyric-Parts von Bono (U2) wurden erst im Nachhinein in den Track gemischt.

04. Kick

Der Titeltrack des gleichnamigen Erfolgsalbums wurde von der Band nie schöner vorgetragen als bei diesem Konzert auf der Loreley 1997 – wenige Monate vor Hutchence‘ tragischem Tod.

03. Need You Tonight

„Need You Tonight“ ist der INXS-Signature-Song schlechthin – und purer Sex. Ging in den USA auf Nummer eins, auch im United Kingdom konnten die Australier damit ihre höchste Chart-Platzierung erzielen. Das berühmte Riff ist Andrew Farriss laut eigener Aussage beim Warten auf ein Taxi in Hongkong in den Sinn gekommen. Der Track ist elektronischer als vieles, das die Band davor oder danach veröffentlicht hat. Für das berühmte Video mit seinen sehenswerten Animationen zeichnet Regisseur Richard Lowenstein verantwortlich. „Need You Tonight“ bildet auf dem „Kick“-Album eine Symbiose mit dem Titel „Mediate“, dessen Video wiederum eine Hommage an Bob Dylans „Subterranean Homesick Blues“ ist.

02. Never Tear Us Apart

Klar, wieder eine „Kick“-Auskopplung, aus dem Jahre 1988. Eine überaus sinnliche Ballade, im Tempo eines Wiener Waltzers gehalten, mit vielen dramatischen Pausen, Synthie-Schichten – und einem fantastischen Saxofon-Solo von Kirk Pengilly. In der ursprünglich geplanten Version sollte das Ding bluesiger, im Stile eines Fats Dominos, werden. Das offizielle Video wurde in Prag gedreht, wir haben uns hier für die Live-Version aus dem legendären Wembley-Konzert von 1991 entschieden.

01. Mystify

„… and we’re leaving broken hearts behind“. Die fünfte und letzte Auskopplung aus „Kick“, veröffentlicht im März 1989. Das Video, das die beiden Co-Komponisten des Songs, Michael Hutchence und Andrew Farriss, zunächst in Schwarz-weiß beim „Komponieren“ des Tracks zeigt und der dann in eine Collage an Live-Mitschnitten übergeht, wurde von Regisseur Hamish Cameron produziert.