The List: Laura Carbone & NEON GHOSTS wählen die besten Alben 2015

Laura Carbone (foto: joe dilworth)

Das Musikjahr 2015 ist Geschichte. Zeit, Bilanz zu ziehen. Wir wagen einen Blick zurück auf die besten Alben der zurückliegenden zwölf Monate – und werden dabei unterstützt von der Mannheimer Musikerin Laura Carbone, die uns mit „Heavy Heavy“ einen unserer Lieblingssongs des Jahres geliefert hat.

Laura Carbone (foto: joe dilworth)

Laura Carbone (foto: joe dilworth)

Laura Carbone

abyss

1. Chelsea Wolfe – Abyss
Für mich eines der meisterwarteten Alben und eines, dass die Erwartungen übertroffen hat. Leider habe ich es nicht geschafft, eines ihrer Konzerte im Herbst zu besuchen, das bleibt auf der Liste für 2016. Absolutes Lieblingslied hier: „Iron Moon.“

florence

2. Florence + the Machine – How Big, How Blue, How Beautiful
Komischer Albumname und eine musikalische Weiterentwicklung, mit der ich mich erst anfreunden musste. Irgendwo habe ich ein Zitat von ihr gelesen, dass der Vibe des Albums sehr Tom Petty und sehr 70er sein soll. Absolut zutreffend! Große und epische Musik, wundervolle Texte und natürlich Florences durchdringende Stimme.

1989

3. Ryan Adams – 1989
Letztes Jahr war er mit seinem selbstbetitelten Werk ebenfalls ganz oben auf meiner Liste. „1989“ war natürlich sehr überraschend und das Recording klingt sehr nach DIY, was die Stimmung für mich nur noch charmanter macht. Seine Interpretation hat mich natürlich neugierig gemacht auf die Orginal-Swift-Version, die ich fast noch besser finde.

soko

4. Soko – My Dreams Dictate My Reality
Das Album habe ich auch totgehört und jetzt bei meiner Aufzählung fast vergessen. Ich kannte Soko nur durch „I Kill Her“ und ihre Social-Media-Präsenz – sehr süß, aber musikalisch für mich nicht aufregend. Dann kam das Album, welches sie für mich in ein komplett anderes Licht gerückt hat. Soko ist für mich ein Gesamtkunstwerk, aber ich bin nicht sicher, ob ich sie live sehen muss. Lieblingssong hier: „Peter Pan Syndrome“.

tessparks

5. Tess Parks – I Declare Nothing
Tess Parks & Anton Newcombe – Dreamteam: Psychodelisch, unaufgeregt und sehr sehr rau. Gefällt mir sehr. Fehlt mir noch auf Vinyl.

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6. See Through Dresses – See Though Dresses
Mit einem riesigen Hangover hab ich die Band auf dem „Maifeld Derby“ hier in Mannheim gesehen und mich sofort verliebt in den Sound, die Harmonien und die Live-Energie von Sara Bertuldo. Sie verließ die Bühne mit einer blutigen Nase und ich das Konzert mit einer neuen Vinyl.

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7. Father John Misty – I love you, Honeybear
Das Album habe ich erst vor ein paar Wochen entdeckt und kann die Finger nicht davon lassen. Mich erinnert das stark an eine moderne Version von Chris Isaak mit unfassbar pointierten Texten, die das Wort „fuck“ mehr als heroisieren.

wolfalice

8. Wolf Alice – My Love Is Cool
Dreamy, sphärischer 90er Gitarrenpop oder Grunge? Lieblingslied auf der Platte: „Your Love’s Whore“. Freu mich sehr auf die Tour im nächsten Jahr und bin gespannt wie das Album live klingt.

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9. Best Coast – California Nights
Auf dieses Album habe ich hingefiebert und bin allerdings etwas enttäuscht. „Früher“, als der Sound noch rougher war und die Videos lustiger habe ich mich Hals über Kopf in die Band verliebt. Bethany Cosentino ist für mich eine der tollsten Frauen im Musikbereich und ich träume heimlich davon, sie als Freundin zu haben. Ich freue mich unendlich für die Band, dass sie es in den Mainstream geschafft haben, fast nur ausverkaufte Shows spielen und trotzdem an Coolness kaum zu überbieten sind.

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10. Keith Richards – Crosseyed Heart
Manchmal kann es passieren, dass man Musik im Radio hört und sofort begeistert zuhört. So passiert bei Keith Richards, dessen Album im Radio vorgestellt wurde und anschließend bei mir auf Rotation lief.

 

Benjamin Fiege

NG-Redakteur Benjamin Fiege (Foto: kunz)

Benjamin Fiege (Foto: kunz)

 

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1. Lana Del Rey – Honeymoon

Allen Unkenrufen zum Trotz hat die gute Lana auch 2015 wieder abgeliefert. Viele warten ja geradezu darauf, dass der Dame mal die Luft ausgeht. Sie müssen weiter warten. Del Rey bietet hier Hollywood-Dream-Pop an, der haften bleibt und von dem man einfach süchtig wird.

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2. Dave Gahan & Soulsavers – Angels & Ghosts

Die letzten Solo-Auftritte von Depeche-Mode-Mitgliedern waren ja eher so lala. Martin Gore, I am looking at you. Und so erwartete man die neue Gahan-Platte auch eher mit Bauchgrummeln. Aber: Dave Gahan fand mit den Soulsavers zurück zu alter Form, auf diesem Album strömt die Lust aus jeder Pore. Macht uns jetzt schon scharf aufs nächste Depeche-Mode-Album. Das Album, vor allem „Shine“, läuft bei mir immer noch in Heavy Rotation.

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3. Beirut – No No No

Jahrelang war es leider still um den fantastischen Zach Condon, der in dieser privat düsteren Zeit viel mit sich selbst zu kämpfen hatte. Umso eindrucksvoller dieses Comeback. Mit einer Platte, die für Beirut’sche Verhältnisse ungewöhnlich optimistisch daherkommt. Gern mehr davon in Zukunft.

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4. Bilderbuch – Schick Schock

Lieblingssong hier: „Soft Drink“. Der Auftritt bei Jan Böhmermann – unvergessen. Als hätten Falco und Prince gemeinsame Sache gemacht. Bilderbuch lieferten mit „Schick Schock“ ein Bilderbuch-Album: Kühn, ach was, mutig, dazu ungeheuer clever. Macht auch Monate später noch Spaß.

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5. Julia Holter – Have You In My Wilderness

Holter goes Pop: Auf ihrem vierten Album wählt Julia Holter einen etwas zugänglicheren Ansatz – und hat damit nun auch endlich mich erobert.

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6. Miley Cyrus & Her Dead Petz – Miley Cyrus & Her Dead Petz

An der ewig nackten Miley Cyrus scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Über jeden Zweifel erhaben war jedoch das überraschende Album „Miley Cyrus & Her Dead Petz“, das die Gute mit den Flaming Lips einspielte. Nun darf sie der Musik-Afficionado auch offiziell töfte finden. Ein Werk, das beweist: Den ganzen Firlefanz hat sie eigentlich gar nicht nötig.

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7. Wanda – Bussi

Rock’nRoll is not dead – Wanda traten in diesem Jahr den Beweis an. Ein drittes Album soll bereits in der Pipeline sein. Schöne Aussichten.

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8. Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly

Compton war 2015 in aller Munde. Während Dr. Dre’s Comeback und der N.W.A.-Film Nostalgie verspühten, bewies Kendrick Lamar mit „To Pimp A Butterfly“, dass die Stadt hiphoptechnisch längst nicht Geschichte ist. Intelligente Platte mit ebenso intelligenten Texten, an der sich künftige Veröffentlichungen in diesem Genre messen lassen müssen.

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9. Courtney Barnett – Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit

Gitarrenpop, mit Anleihen aus dem US-Alternative-Rock der 90er Jahre. Möglicherweise ist die Australierin nicht die beste Sängerin unter der Sonne, aber das Ding blieb im Gedächtnis. Vor allem auch wegen der schrullig-witzigen Texte.

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10. Ezra Furman . Perpetual Motion People

Hat lange gedauert, bis die Welt von Ezra Furman Notiz nahm. Ganze fünf Alben lang. Mit „Perpetual Motion People“ hat der Gute nun den Fokus auf sich gelenkt. Eingängige Rock-Platte, die sogar Anleihen beim Doo-Wop nimmt – und nicht mehr aus dem Gehörgang verschwindet.