The List: 10 Guns N‘ Roses-Songs, die man kennen sollte

Jaja, ich weiß, es ist eigentlich längst zu spät, Axls Stimme klingt auch nicht mehr so wie früher und Rock, wie wir ihn mögen, ist eh tot. Ändert aber nichts an der Tatsache: Ich freue mich wie Bolle über das Comeback von Guns N‘ Roses. Geht vielen meiner jüngeren, achselzuckenden Kollegen nicht so – und für die ist dieser Text. 10 Songs, die man von Guns N‘ Roses unbedingt kennen und gut finden sollte.

 

10. 14 Years

„14 Years“, erschienen 1991 auf „Use Your Illusion II“, gehört zwar zu den eher unbekannteren GnR-Nummern, aber auch zu den besten. Ausnahmsweise steht hier Bassist Izzy Stradlin am Mikro, Axl Rose trällert nur beim Refrain mit. Nie offiziell geklärt wurde, ob der Song von einer scheiternden Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau oder von der Freundschaft zwischen Izzy und Axl handelt. Stradlin, aus dessen Feder der Titel stammt, verließ die Band im Jahr seines Erscheinens. „But it’s been 14 years of silence …It’s been 14 years of pain … It’s been 14 years that are gone forever … And I’ll never have again.“

 

 

09. Estranged

„Estranged“ stammt ebenfalls aus „Use Your Illusion II“ und ist mit neun Minuten der zweitlängste GnR-Song. Eine Power-Ballade, die aus vielen Versen, aber keinem richtigen Chorus besteht. Axl schrieb den Song, als er gerade seine schmerzvolle Trennung von Erin Everly durchmachte – und Slash hatte laut eigener Aussage alle Hände voll zu tun, Axls Visionen auf der Gitarre umzusetzen. In den Liner Notes bekam er dafür ein spezielles Dankeschön.

 

 

08. Patience

Erschienen 1988 auf „G N‘ R Lies“, ist das Ding für Gunners-Verhältnisse eine ungewohnt sanfte Nummer. Das lyrische Ich bittet die geliebte Person, Geduld zu haben und es langsam angehen zu lassen, bevor die beiden zusammenkommen werden. Eingespielt wurde das Lied mit drei Westerngitarren. Legendär: das Gepfeife. Drummer Steven Adler wirkte hier nicht mehr mit, auch wenn er im Musikvideo zu sehen war. Es war sein letzter Auftritt, bevor er Guns N‘ Roses verlassen musste. Laut Gitarrist Slash stammen Musik und Text von Izzy Stradlin, Axl erweiterte die Gesangsmelodie. Duff McKagan hatte das offenbar anders in Erinnerung, er gab Rose die Credits für den Text. Frank Hannon, der Gitarrist der Band Tesla, hatte schließlich noch eine ganz andere Sichtweise. Er fand, „Patience“ sei eine Kopie des Tesla-Demos „Better Off Without You“.

 

 

07. Don’t Cry

Eine Nummer, von der die Gunners so überzeugt waren, dass sie sie parallel in gleich zwei Versionen veröffentlichten. Die Power-Ballade erschien in unterschiedlichen Varianten auf  „Use Your Illusion I“ und „Use Your Illusion II“. Kann man mal so machen. Fun fact: Der nicht minder legendäre und leider viel zu früh verstorbene Blind-Melon-Frontmann Shannon Hoon singt hier die Backing Vocals und ist auch im offiziellen Videoclip mit von der Partie. Song und Video bilden mit „Estranged“ und „November Rain“ eine zusammenhängende Erzählung, die von Del James‘ Kurzgeschichte „Without You“ inspiriert ist.

 

 

06. Paradise City

Wie es die Legende will, entstand der Song, der auf dem Debütalbum „Appetite for Destruction“ erschien, auf dem Rücksitz eines Vans, als die Band von einem Gig in San Francisco nach Los Angeles zurückkehren wollte. Zur allgemeinen Unterhaltung begann Slash, zu improvisieren und legte damit das Intro für „Paradise City“ vor. Dazu begann er eine Melodie zu summen, zu der Axl spontan den Gesang beisteuerte: „Take me down to the Paradise City“. Slash konterte mit „Where the grass is green and the girls are pretty“. Hey, they were onto something obviously. Axl sang daraufhin den ersten Vers erneut, woraufhin Slash diesmal mit „Where the girls are fat and they’ve got big titties“ antwortete. Slash mochte seinen zweiten, schmutzigen Vers besonders gern und hätte ihn gerne in den Song inkludiert, wurde aber von der Band basisdemokratisch überstimmt…

 

 

05. Welcome to the Jungle

Als Rose und ein Kumpel in jungen Jahren mit dem Bus in New York ankamen, wurden die beiden Ausreißer von einem schrägen Obdachlosen empfangen. Um den beiden Kids Angst einzujagen, brüllte er sie an: „You know where you are? You’re in the jungle baby; you’re gonna die!“ Später formte Rose während eines Besuchs in Seattle aus dieser Erinnerung einen Song, der letztlich als „Welcome to the Jungle“ auf „Appetite for Destruction“ (1987) erschien. Das Label Geffen hatte zunächst Schwierigkeiten, das Video, das Roses Transformation in einen City Punk zeigt, bei MTV unterzubringen.

 

 

04. Knockin‘ On Heaven’s Door

Ein Musik gewordener Beweis, das Lieder des großen Songwriters Bob Dylan immer dann am besten klingen, wenn er sie nicht selbst singt. Die Gunners begannen 1987, „Knockin‘ On Heaven’s Door“ in ihre Live-Sets einzubinden. 1987 packten sie den Track schließlich mit auf die „Welcome to the Jungle“-Single. Wurde später nochmal auf  „Use Your Illusion II“  leicht verändert wiederveröffentlicht.

 

 

03. November Rain

Geht es nach Tracii Gun, dem einstigen Gründungsmitglied der L.A Guns, aus denen sich später GnR entwickeln sollten, dann arbeitete Rose an „November Rain“ bereits seit 1983. Die fertige Version schaffte es schließlich auf „Use Your Illusion I“. Der Legende nach hasste der Rest der Band die lange Hymne mit ihrem dominanten Piano-Anteil, allen voran Slash und Duff McKagan. Die beiden wollten sich zuerst weigern, an „Estranged“ und „November Rain“ mitzuarbeiten, weil sich die Gruppe damit zu weit von jener Art Rock-Musik entfernte, die den beiden eigentlich vorschwebte.  Das Ganze war ihnen zu eltonjohnesk. Axl setzte sich letztlich – zum Glück – durch.

 

 

02. You Could Be Mine

Ursprünglich hatte Regisseur James Cameron gar nicht daran gedacht, Guns N‘ Roses den offiziellen Theme-Song zu „Terminator II: Judgement Day“ performen zu lassen. Nach all den G N’R-Referenzen, die der Film jedoch bietet (das L.A.-Guns-Shirt von John Conors Kumpel; die Wumme, die der T-800 aus einer Kiste Rosen zieht), erschien es ihm doch eine smarte Business-Entscheidung, die Jungs anzuheuern. Und so wählte er „You Could Be Mine“ (1991). Arnold Schwarzenegger höchstpersönlich soll den Deal mit der Band beim Dinner verhandelt haben.

 

 

01. Sweet Child O’Mine

Ursprünglich soll Slash der Song, der 1987 auf „Appetite for Destruction“ erschien, gar nicht gefallen haben. Das lag daran, dass die Wurzel des Titels, das legendäre Riff, während einer Rumblödelei entstand: Slash und Steven Adler wärmten sich gerade für eine Session auf, als der Gitarrist plötzlich anfing, ein Zirkusriff zu spielen und dabei Grimassen zu schneiden. Zu seiner Verblüffung fand der Rest der Kapelle Gefallen an seinem Tun, jeder steuerte hier und da etwas bei – und binnen eines Nachmittags war der Song komplett. Rose widmete die Lyrics seiner damaligen Freundin Erin Everly und ließ sich nach eigener Aussage auch von Lynyrd Skynyrd inspirieren.