The Dinner

The Dinner (foto: tobis/universum)

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7 Tobis / Universum

7

Von wegen perfektes Promi-Dinner: Der israelische Regisseur Oren Moverman liefert mit „The Dinner“ einen intelligenten Drama-Thriller ab, der bohrende Fragen aufwirft und den Finger in so manche gesellschaftliche Wunde legt.

Als Stan Lohman (Richard Gere), einflussreicher Abgeordneter mit Ambitionen auf den Posten des Gouverneurs, seinen Bruder Paul (Steve Coogan) und dessen Frau Claire (Laura Linney) einlädt, den Abend mit ihm und seiner Frau Katelyn (Rebecca Hall) im feinsten Nobelrestaurant der Stadt zu verbringen, wissen alle Beteiligten, dass dies kein gemütliches Beisammensein werden wird. Das Verhältnis von Stan und Paul ist seit eh und je konfliktbeladen, doch nun wird es ernsthaft auf die Probe gestellt. Ihre beiden 16-jährigen Söhne haben ein schreckliches Verbrechen begangen: Sie haben eine Obdachlose angezündet. Obwohl ein Video von der Tat existiert, sind die beiden als Täter noch nicht identifiziert worden. Mit etwas Glück könnten sie also ungestraft davonkommen, doch für die Eltern stellt sich jetzt die Frage, ob Vertuschen und Verdrängen hier die beste Lösung ist. Der Abend entwickelt sich zu einem Psychoduell, bei dem so manch lang gehütetes Familiengeheimnis und weitere unangenehme Überraschungen ans Licht kommen …

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„Wie weit würdest Du gehen, um dein Kind zu schützen?“ – Das ist eine der bohrenden Fragen, die „The Dinner“ aufwirft, dessen Plot auf grausame Art und Weise an den Berliner Fall erinnert, bei dem eine Gruppe Jugendlicher einen schlafenden Obdachlosen in einer U-Bahn-Station anzündete (der damals glücklicherweise unverletzt blieb). Allerdings ist nicht dieser reale Fall die Grundlage dieses Streifens, sondern das Buch „Angerichtet“ des niederländischen Schriftstellers Herman Koch, das bereits 2009 erschienen ist. Die Erzählweise ist ein bisschen komplex (komplexer als das Buch), ständig wird das Dinner durch Flashbacks, schnelle Schnitte und Soundcollagen unterbrochen. Dennoch fesselt einen dieses Familiendrama über bedingungslose Liebe, Werteverfall, Gewalt und Verrat, weil die Geschichte von Gang zu Gang Fahrt aufnimmt – und immer abgründiger wird.

Fazit: Sehenswert.

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