The Blow Monkeys – The Wild River

The Blow Monkeys - The Wild River (foto: monk's road)

Our Rating

7 Monk's Road

7

Die alten Herren wollen es noch Mal wissen: Die britische Pop- und Soul-Band The Blow Monkeys hat mit „The Wild River“ ihr zehntes Studioalbum vorgelegt. 

Die Älteren unter uns wissen: Die Blow Monkeys haben schon ein paar Montage auf dem Buckel. 1981 hat sich die Band um den heute 56-jährigen Sänger und Songwriter Dr. Robert gegründet. Der Mann wurde zwar in Schottland geboren, wuchs aber in Australien auf, ehe er nach Großbritannien zurückkehrte. In den achtziger Jahren hatte die Band leidlichen Erfolg, veröffentlichte ein paar Alben und hatte auch den einen oder anderen kleineren Hit, darunter „Digging Your Scene“ (1986) und „It Doesn’t Have To Be This Way“ (1987). Ihr Song „You Don’t Own Me“ (1987) wurde für den Soundtrack des Klassikers „Dirty Dancing“ ausgewählt.

Nach dem fünften Album löste sich die Band dann Ende 1990 auf, Dr. Robert startete eine Solokarriere, aus der bisher zehn Solo-Alben hervorgingen. Erst Ende 2007 kam es zur Reunion der The Blow Monkeys. Dankenswerterweise beschränkte sich die Kapelle hernach nicht, als reiner Nostalgie-Act durch die Lande zu ziehen, sondern veröffentlicht seit des Comebacks immer wieder neues Material.

Nun liegt also Album Nummer zehn vor. Aufgenommen und produziert in Spanien, präsentiert die Band, zu der neben Dr. Robert auch Neville Henry (Saxofon), Mick Anker (Bass) und – neu dabei – Crispin Taylor (Drums) zählen, zehn neue Songs, die sich gekonnt im Spannungsfeld zwischen Pop und Soul bewegen. Schön, dass die Band, die schon in den achtziger Jahren gegen die soziale Kaltherzigkeit im Thatcher-Großbritannien ansang, auch 2017 noch etwas zu sagen hat und hier durchaus politisch unterwegs ist. „The Wild River“ etwa ergreift Partei für Flüchtlinge, und teilt dabei auch gegen den Brexit-Aktivisten Nigel Farage aus. „Die Nummer wurde von einem schändlichen Poster inspiriert, vor dem Farage während des EU-Referendums stand und das er von den Nazis kopiert hatte. Tausende verzweifelter Menschen überschreiten Grenzen, um vor Verfolgung und Hunger zu fließen. Ein Fluß von Menschen, die genauso sind wie du und ich. Wie unsere Vorfahren. Und hier war einer wie Farage und instrumentalisiert sie, um Hass zu schüren“, so Dr. Robert.

Stark sind aber auch der streicherlastige Opener „Crying For The Moon“, das an JJ Cale erinnernde „Landslide Comin'“, das melancholisch-gefühlvolle „Fortune’s Wheel“ und „An Act Of Faith“, das so auch fast in den achtziger Jahren hätte entstanden sein können.

Anzeige

Fazit: Sicherlich eine der besten Blow-Monkeys-Platten seit der Wiedervereinigung.

Anspieltipps: The Wild River, Crying For The Moon, Landslide Comin‘, Fortune’s Wheel, An Act Of Faith

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.