Suzan Köcher – Moon Bordeaux

Suzan Köcher - Moon Bordeaux (foto: unique records)

Our Rating

9 Unique Records

9

Gerade Mal 22 Lenze zählt Suzan Köcher. Und doch zeichnet sich die Musik der Solingerin, die wir ja schon in unserer „My Soundtrack“-Reihe begrüßen durften, ein deutlicher 60s-Vibe aus. Von dem großen Talent der jungen Künstlerin kann man sich jetzt auf ihrem Debütalbum „Moon Bordeaux“ überzeugen, das bei Unique Records erschienen ist und bei dem auch wieder Julian Müller (Palace Fever, Blackberries) seine Hände im Spiel hatte.

Ja, keine Frage, die sechziger Jahre haben es der guten Suzan angetan. Nicht nur musikalisch, sondern auch ästhetisch und modisch, wie sie erst jüngst dem „Intro“-Magazin erzählt hat. Damit steht sie ja nicht allein da. Retro ist chic, Nostalgie ist in – nicht wenige Bands und Künstler laufen dabei Gefahr, sich in Zitaten zu verlieren.

Nicht so Suzan Köcher. Sie versucht, ihrem verträumten, melancholischen Folk-Pop immer auch eine moderne Komponente mitzugeben. Das gelingt ihr auch, wovon man sie ja schon auf der vorangegangenen EP „Blood Red Wine“, die im Frühjahr 2017 auf den Markt kam, überzeugen konnte. Von der hat es der wunderbare Titeltrack nun auch auf das Album geschafft. Auch die Nummer „Dandelion Fields“ kennt man bereits von der EP, allerdings lag sie damals als Harfen-Version vor. Diesmal kommt sie mit mehr Schwung daher.

Es ist ein Debütalbum voller Glanzlichter. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Da wäre etwa die psychedelisch angehauchte Pop-Nummer „Moon Bordeaux“, die dem Machwerk auch seinen Namen schenkte. „Seven Is The Number“ versprüht keltischen Zauber. Bei dem Walzer „The Circus“ werden verblasst geglaubte Erinnerungen an längst vergangene Tanzschulzeiten wach. Stark sind auch das Liebeslied „Cinnamon“, das davon erzählt, wie der Geschmack des kostbaren Gewürzes die Protagonistin an eine längst vergangene Liebe erinnert, und die zarte Ballade „Lighthouse Keeper“. Dass in Suzan auch eine Rockerin steckt, zeigt sie schließlich mit dem trotzigen „Thank You For Treating Me So Bad“, das überdies mit einem Country-Part überrascht. Bockstark ist das atmosphärische „Too Young“ – unser Lieblingslied auf der Platte, das unweigerlich Vergleiche zu Lana Del Rey hervorruft. Köcher tritt hier den Beweis an: Was Hollywood kann, kann Solingen schon lange.

Anzeige

Fazit: Vielversprechendes Debüt.

Anspieltipps: Too Young, Blood Red Wine, Moon Bordeaux, Cinnamon, Thank You For Treating Me So Bad, Lighthouse Keeper

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.