St. Vincent – MASSEDUCTION

St. Vincent - MASSEDUCTION (foto: caroline)

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8 Caroline

8

St. Vincent flirtet mit dem Pop: Auf ihrem neuen Album „MASSEDUCTION“ gibt sich die sonst so geheimnisvolle Künstlerin zugänglicher als sonst. Zumindest scheinbar.

Nein, viel Bohei macht Annie Clark alias St. Vincent nicht um ihre Person. Die Musikerin aus Tulsa/Oklahoma mag zwar auf der Bühne im Rampenlicht stehen, ihr Privatleben zerrt sie allerdings nicht so gern ins Scheinwerferlicht. Viel weiß man daher über die Gute nicht, sie pflegt eben ihre Kunstfigur. Und so kommt es schon etwas überraschend daher, dass Clark für ihr nun vorliegendes Album „MASSEDUCTION“ nun einen eher persönlichen Ansatz wählt. Zumindest einen behaupteten. „Every record I make has an archetype,” sagt Clark. “‘Strange Mercy’ was Housewives on Pills. ‘St. Vincent’ was Near-Future Cult Leader. ‘MASSEDUCTION’ is different, it’s pretty first person. You can’t fact-check it, but if you want to know about my life, listen to this record.”

Sie sagt es selbst: Bei dem Faktencheck würde sich selbst das „Hart aber fair“-Team um Frank Plasberg die Zähne ausbeißen, und so muss man der Guten einfach so weit man mag Glauben schenken, wenn sie sagt, dass sich die Inhalte der Songs aus ihrem Leben inspirieren ließen. Die Platte, so heißt es, sei das Ergebnis eines jahrelangen Schreibprozesses, mit Songs, die aus Voice Memos, Textnachrichten und kleinen melodischen Spielereien entstanden sind, während Clark die Welt betourte. Es geht darin auf jeden Fall um Themen wie Macht und Sex, gefährdete beziehungsweise gescheiterte Beziehungen (wie die von Clark zu Schauspielerin Cara Delevingne) und Tod.

Die Songs kommen mal forsch, mal zurückhaltend daher, gleich ist ihnen aber die fast engelsgleiche Stimme der 35-jährigen Clark. Besonders gut gefallen dabei der gerade zu vor Verzweiflung triefende, von Synthie-Klängen getragene Opener „Hang On Me“, die wunderbare Piano-Ballade „New York“, das funkige „Savior“ und der eher poppige Titeltrack. Auch das härtere „Fear the Future“ weiß zu überzeugen. Aber: Wirkliche Ausreißer nach unten gibt es auf der Platte, die St. Vincent gemeinsam mit Jack Antonoff in den Electric Lady Studios Manhattan mit zusätzlichen Sessions im Rough Consumer Studio, Brooklyn und im Compound Fracture in Los Angeles produzierte, eh nicht.

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Fazit: Eine der besten Scheiben des Monats.

Anspieltipps: Hang On Me, New York, Savior, Masseduction, Fear The Future

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