Slowdive – Slowdive

Slowdive (foto: label)

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8 Dead Oceans

8

Damit hatte kaum noch jemand gerechnet: Nach 22 Jahren Pause veröffentlichen die britischen Shoegaze-Pioniere Slowdive mit „Slowdive“ wieder ein neues Album. 

Wie ihre Zeitgenossen Ride, Lush, Curve und Cathrine Wheel gehörten Slowdive zu den britischen Shoegaze-Bands der frühen neunziger Jahre. Ihr Sound ließ sich irgendwo zwischen dem Dark Wave von Siouxsie And The Banshees, dem Postpunk von Joy Division und dem Indiepop der Smiths auf der einen Seite und elektronischer Musik und Neunziger-Crossover auf der anderen verorten, wie die Kollegen von „Spex“ so treffend feststellten. 1991 legten Slowdive mit „Just For A Day“ ihr Debüt-Album über Creation Records vor. Darauf folgte das heute noch so verehrte Album „Souvlaki“ (1993), ein Klassiker des Shoegaze-Genres. Doch ehe man sich an die Band gewöhnen konnte, war 1995 nach dem dritten Album „Pygmalion“ schon wieder Schluss, weil ihr damaliges Label in Zeiten von Grunge und Britpop keine Zukunft mehr für die Gruppe sah. Die Band löste sich auf und machte in den folgenden 22 Jahren nur noch durch Compilations auf sich aufmerksam, während sich die Mitglieder anderen musikalischen Abenteuern widmeten.

Das Comeback-Versprechen 2014 ließ aufhorchen, und jetzt machen Slowdive tatsächlich Nägel mit Köpfen: In der Besetzung Neil Halstead (Gesang, Gitarre, Keyboards), Christian Savill (Gitarre), Nick Chaplin(Bass), Rachel Goswell (Gesang) und Simon Scott (Schlagzeug, Electronics) melden sich Slowdive mit ihrem vierten Album zurück.  Und sie klingen so, als wären sie nie weggewesen, machen sich das, was sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Shoegaze- und Dreampop-Bereich zugetragen hat, zueigen, klingen wie Slowdive eben klingen, nur besser, klarer, produziert. Sängerin und Gitarristin Rachel Goswell nannte das Album nicht ohne Grund einen „trip down memory lane“.

Acht Tracks von bis zu acht Minuten Länge finden auf „Slowdive“. Der schwebende Opener „Slomo“ kommt als reichlich versponnene Dream-Pop-Nummer daher, das darauf folgende „Star Roving“ ist hingegen klassischer, wenn auch recht hymnischer Shoegaze. „Falling Ashes“ begeistert durch seine feinen Piano-Klänge, „Don’t Know Why“ verleitet einen wahrhaftig zum Träumen. Und in dem poppigen „Sugar For The Pill“ und „No Longer Making Time“ klingen Slowdive sogar ein bisschen wie die frühen The xx.

Es ist ein bemerkenswertes Comeback-Album, das vor allem dadurch überrascht, dass Slowdive frischer klingen als so manche Nachahmer-Band, die Shoegaze in den vergangenen Jahren zu revitalisieren versuchte.

 Fazit: Welcome back.
 
Anspieltipps: Sugar For The Pill, Star Roving, Don’t Know Why

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