Six – Season 1

Six - Staffel 1 (foto: concorde)

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8 Concorde

8

Eindringlich: Die actiongeladene, jederzeit spannende Drama-Serie „Six“ befasst sich mit dem Anti-Terror-Kampf und den alltäglichen Problemen der Protagonisten, die ihn für ihr Land führen müssen.

Die Geschichte wirft uns direkt ins Afghanistan des Jahres 2014. Genauer: nach Dschalalabad. Im allgemeinen Chaos versucht die amerikanische Navy-Spezialeinheit „Six“ um Joe „Bear“ Graves (Barry Sloane), Ricky „Buddha“ Ortiz (Juan Pablo Raba), Alex Caulder (Kyle Schmid) und Troop Leader Richard „Rip“ Taggart (Walton Goggins) irgendwie zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und die Zivilbevölkerung vor den bösen Buben zu schützen. Dann begeht Taggart jedoch einen folgenschweren Fehler: Auf der Jagd nach dem Top-Terroristen Emir Hatim Al-Muttaqi erschießt er einen US-Zivilisten, den er als Gehilfen des radikalen Islamisten identifiziert hatte. Jedoch: Der mutmaßliche Terrorist war unbewaffnet und hatte sich zuvor sogar ergeben. Der schwer traumatisierte Rip, der sich längst in den Alkoholismus geflüchtet hat, wird nach der kaltblütigen Tat von Caulder zur Rede gestellt. Caulder wirft ihm vor, den Ehrenkodex des Teams verletzt zu haben und will künftig auf keiner Mission mehr mit ihm unterwegs sein.

Zwei Jahre später scheint es nicht, als hätte auch nur irgendein Mitglied der Truppe sein Leben abseits der Schlachtfelder ansatzweise im Griff: Der religiöse Bear und seine Frau Lena haben mit dem Tod ihrer Tochter zu kämpfen und suchen verzweifelt nach einem Weg, wieder eine glückliche Familie zu werden. Caulder bekommt überraschend Besuch von seiner unehelichen Tochter Dharma, die sich gleich Mal bei ihm einquartiert und ihn damit konfrontiert, wie sehr er als Vater versagt hat. Buddha hat dicke Luft zu Hause, weil er seine Kinder nicht mehr erreicht und seiner Frau versprochen hat, bei den Seals die Flossen an den Nagel zu hängen.

Rip hat unterdessen die Seals verlassen und verdingt sich als Söldner in Nigeria, wird dabei aber immer noch von seinen Dämonen begleitet. Bei einem Security-Einsatz an einer Mädchen-Schule bei Lagos entführt die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ihn, eine Mädchen-Schulklasse und Lehrerin Na’omi. Klare Sache: Rips alte Einheit beschließt, ihren früheren Kollegen zu befreien. Doch der Weg dahin ist steinig: Als wären die Alltagsprobleme und Boko Haram nicht schon genug, hat es nun auch noch Terrorist Michael Nasry auf Rip abgesehen. Immerhin hatte der seinerzeit in Afghanistan seinen Bruder erschossen …

Man merkt schon: In den gerade Mal acht Episoden von „Six“, das in USA zu Beginn des Jahres auf dem History Channel lief (!) steckt eine ganze Menge drin. Action, Drama – you name it. Man merkt natürlich, dass das Ganze eine US-amerikanische Serie ist. Die Produktion ist hochwertig und die Hauptdarsteller sind fantastisch – allen voran Walton Goggins. Klar, sie profitieren von der mehrschichtigen Zeichnung der Charaktere, die sie verkörpern. Eine Vielschichtigkeit, die den Schurken in dieser Serie abgeht. Diese sind zum Großteil dann doch eher in der Kategorie „hirnlose Monster“ einzuordnen. Einzig Michael Nasry wird so etwas wie ein Profil verpasst. Sein Charakter ist es auch, der – zumindest im Ansatz –  die großen Fragen nach dem hausgemachten Terrorismus und amerikanischen Kriegsverbrechen aufwirft.

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Fazit: Sehenswert.

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