Selbstmordattentäter-Werbeclip wird viraler Hit – Popstar in der Hauptrolle

Ein Werbeclip, das einen Selbstmordattentäter zeigt, dem sich die Öffentlichkeit entgegenstellt, ist in der muslimischen Welt während des Ramadans zum viralen Hit geworden.

“Preise deinen Herrn mit Liebe und nicht mit Terror” – das ist die Botschaft des knapp dreiminütigen Werbeclips aus dem Hause des Telekommunikation-Riesen Zain (Kuwait), der vor allem im Mittleren Osten operiert.

“Ich werde Gott alles verraten”, hört man ein Kind aus dem Off zu Beginn des Filmchens sagen, als gerade ein Mann gezeigt wird, der sich eine Bombe bastelt. „Dass du die Friedhöfe mit unseren Kindern gefüllt und unsere Schulbänke geleert hast.“

Die Hauptrolle in dem Kurzfilm spielt der arabische Pop-Star Hussain al-Jassmi, aber es ist wohl nicht nur ihm zu verdanken, dass der Clip mittlerweile mehr als 2,5 Millionen Mal angeschaut und 5000 Mal auf Facebook geteilt wurde. Das Thema emotionalisiert. Die einen loben Zain für ihren Mut, dieses Thema aufzugreifen: “Amazing ad Zain, well done,’’ schrieb etwa ein Facebook-Nutzer. “Finally, it’s about time Arab brands stepped up and deny terrorism and speak about what’s happening in the community instead of burying their head in the sand!! A true leader!!’’

Andere wiederum kritisieren, dass Zain echte Anschlags-Opfer ausnutze und verlangten, dass das Video umgehend entfernt werde. Manche Syrer warfen dem Clip vor, Tatsachen zu verdrehen, weil die Darstellung vom Omran nicht den Tatsachen entspreche: Der kleine Junge, dessen Foto um die Welt ging, sei nicht das Opfer von Extremisten, sondern von Bomben des Bashar al-Assad-Regimes geworden: “Thank you @Zain for trivialising Omarn’s trauma and turning him into a meme to serve in your pointless Ramadan ad,’’ schrieb ein wütender Twitter-Nutzer.

Zain gehört im Mittleren Osten und in Afrika zu den größten Telekommunikations-Unternehmen, hat 7000 Mitarbeiter und mehr als 45 Millionen Kunden.

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