Scott Weiland: Offener Brief der Ex-Frau

Scott Weiland (foto: wikimedia/daigooliva)

Vor knapp einer Woche wurde Scott Weiland, früherer Frontmann der Stone Temple Pilots und von Velvet Revolver, tot in seinem Tourbus aufgefunden. Der Sänger war gerade mit seiner Band Scott Weiland & The Wildabouts auf US-Tournee. Herzstillstand. Warum? Unklar. Nun meldet sich Weilands Ex-Frau Mary Forsberg Weiland in einem offenen Brief im Rolling Stone an die Öffentlickeit. Mit ihr hatte der Musiker zwei Kinder: Noah, 15 und Lucy, 13. In dem Schriftstück warnt sie davor, den Tod ihres Ex-Mannes zu glorifizieren. Sie haben diese Zeilen verfasst, weil vieles heute als Kunst begriffen würde, was eigentlich ins Krankenhaus gehört.

„Der 3. Dezember 2015 ist nicht der Tag, an dem Scott Weiland gestorben ist. Die Welle an Beileidsbekundungen und Gebeten die unsere Kinder Noah und Lucy erreicht haben ist überwältigend, wird geschätzt und ist sogar tröstend. Doch die Wahrheit ist, wie so viele andere Kinder auch, haben sie ihren Vater Jahre vorher verloren. Was sie am 3. Dezember wirklich verloren haben, war Hoffnung.“

„Unsere Hoffnung für Scott ist gestorben, aber es gibt sie noch für andere. Lasst uns zum ersten Mal den Entschluss fassen, diese Tragödie nicht mit dem Gerede von Rock’ N’ Roll und den Dämonen die, nebenher gesagt, nicht immer damit einher gehen, zu glorifizieren.“

Selbst als sie schon getrennt waren, habe sie viele Stunden damit verbracht, ihn zu beruhigen, zum Duschen zu bewegen oder ihn mit Kaffee zu versorgen, damit er zu einer Talentshow seines Sohnes oder einer Musicalaufführung seiner Tochter gehen konnte. Die Zeit mit Scott führte laut Mary Forsberg Weiland dazu, dass sie selbst depressiv wurde.

Forsberg Weiland widerspricht Presseberichten, in denen zu lesen war, dass Weiland gerne Zeit mit seinen Kindern verbracht hätte und seit Jahren clean gewesen sei. Der Musiker sei vielmehr paranoid gewesen, konnte sich seine Texte nicht mehr merken und sei mit seinen Kindern nur wenige Male in 15 Jahren Vaterschaft fotografiert worden.

„Als er wieder verheiratet war, hatten die Kinder gar keinen Platz mehr in seinem Leben. Sie wurden nicht zu seiner Hochzeit eingeladen und auch der Kindesunterhalt kam oftmals nicht an. (…) Sie waren niemals in seinem Haus und können sich auch nicht mehr daran erinnern, wann sie ihn zum letzen Mal zum Vatertag gesehen haben.“

„Wir wollen Scotts außerordentliches Talent, seine Präsenz und seine Fähigkeit, jede Bühne mit brillianter Energie zu erleuchten, nicht herunterspielen. So viele Leute hatten das Glück, diesem Geschenk huldigen zu dürfen. Die Musik wird bleiben. Aber an einem gewissen Punkt muss jemand aufstehen und klar machen, dass so etwas wieder passieren wird – weil wir es als Gesellschaft schon beinahe herausfordern.“

Ob Drogen bei Scott Weilands Tod eine Rolle spielten, ist bisher nicht klar. In Nähe der Leiche wurde laut Polizei jedoch Kokain gefunden.