Saw I – VII (White Edition)

Saw (foto: studiocanal)

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8 Studiocanal

8

Jigsaw ist zurück: Ab dem 26. Oktober treibt der berüchtigte, moralinsaure Killer wieder auf der Kinoleinwand sein Unwesen. Wer sich bis dahin auf Stand bringen will, kann sich die „Saw“-Reihe vorher noch eben zu Gemüte führen. Studiocanal wiederveröffentlicht alle sieben Filme in einer „White Edition“ auf DVD und Blu-Ray.

Selten war bei dem Satz „Er will doch nur spielen“ so viel Vorsicht geboten. Denn die Spiele, die sich John Kramer ausdenkt, haben für seine Opfer nur einen äußerst geringen Spaß-Faktor. Die entführten Opfer wachen meist in irgendeiner bizarren Folter-Vorrichtung auf und werden von Kramer vor die Wahl gestellt: „Leben oder sterben.“ Entscheidet sich das Opfer für erstere Variante, muss sie allerdings ein großes Opfer bringen, das physischer oder psychischer Natur sein kann. Ein Dilemma, oft die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber immerhin: Das Opfer hat eine Chance, John Kramer alias Jigsaw zu entkommen.

Im Grunde ist es eine Umkehr des typischen Horror-Motivs: Üblicherweise bestraft das Monster seine Opfer für ausschweifendes, unsittliches Verhalten, meist sind in derlei Filmen ja irgendwelche Party feiernden Teenies die Opfer, die nach und nach zur Schlachtbank geführt werden. In den „Saw“-Filmen ist die Sachlage eine andere. Hier bestraft der Killer seine Opfer dafür, dass sie in seinen Augen ihr Leben bisher nicht genug geschätzt haben. Auge in Auge mit dem Tod würden sie diese Lebensfreude wieder entdecken, so Jigsaws perverse Theorie. Kramer selbst blickt dem Tod ebenfalls ins Auge: Bei ihm wurde ein inoperabler Gehirntumor diagnostiziert, seine Frau verlor überdies noch das gemeinsame Kind. Kramer ist ein Mann, der nichts zu verlieren hat.

Keine Frage: Die ersten drei „Saw“-Teile gehören zu den besten Horror-Streifen, die je gedreht wurden. Der erste (2004) war fast ein (unheimliches) Kammerspiel. Die Macher legten viel Wert auf die Charakterzeichnungen, man konnte mit den Opfern mitfühlen (oder auch nicht) und außerdem bauten die Verantwortlichen immer wieder einige fantastische, wirklich unerwartete Plot-Twists ein. Kramer war ein veritabler Bösewicht, eine Bedrohung, trotz seiner körperlichen Schwäche. Irgendwann ließen die Fortsetzungen dann qualitativ deutlich nach. Nach – SPOILER – Kramers Tod legten die Macher den Fokus auf seine Nachfolger, seine Adjutanten, die Charakterzeichnung der Opfer wurde mehr und mehr aus den Augen verloren. Auch die Effekte wurden billiger. Die Tatsache, dass die Auftritte von Jigsaw-Darsteller Tobin Bell (in Flashbacks) immer kürzer und seltener wurden, ließ die Reihe ebenso an Drive verlieren. Sehenswert war sie eigentlich nur noch, weil mit jedem neuen Teil Geheimnisse aus den Vorgängerfilmen gelüftet wurden. Einzig der bis dato letzte Teil enttäuschte auch in dieser Hinsicht.

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Fazit: Legendäre Horror-Reihe.

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