Roy Orbison – Black & White Night 30

Roy Orbison - Black-White-Night-30 (foto: legacy recordings/sony music)

Our Rating

9 Sony Music/Legacy Recording/Roy’s Boys LLC

9

Schöne Sache: Zum 30. Wiegenfest von Roy Orbisons Comeback-Konzert im Cocoanut Grove Nachtclub in Los Angeles haben Sony Music/Legacy Recording und Roy’s Boys LLC „Black & White Night 30“ rausgehauen. Das legendäre Konzert mit vielen namhaften Gästen wurde in einer neu geschnittenen, remasterten und erweiterten Version des ursprünglichen TV-Specials als CD/DVD-Set und CD/Blu-ray-Version veröffentlicht.

Wir erinnern uns: Im Jahre 1987 veranstaltete der damals 51-jährige Orbison ein denkwürdiges Konzert mit befreundeten Musikern, auf deren Karrieren er einen großen Einfluss hatte. So gaben sich in jener Nacht Bruce Springsteen, Jackson Browne, T Bone Burnett, Elvis Costello, k.d. Lang, Bonnie Raitt, J.D. Souther, Tom Waits oder Jennifer Warnes die Ehre. Das Spektakel wurde damals als Fernsehspecial aufgenommen und unter dem Titel: „Roy Orbison & Friends: Black & White Night“ im TV ausgestrahlt.

Es war nochmal so etwas wie ein letztes Hurra für den guten Roy. Mit dem Konzert wurde Orbison wieder ein großes Medienthema, er katapultierte sich mit diesem Auftritt wieder ins Rampenlicht zurück. Viel hatte er davon leider nicht mehr: Klar, er wurde noch in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen, ehe er sich mit Bob Dylan, George Harrison, Tom Petty und Jeff Lynne zu der Supergroup The Travelling Wilburys zusammenfand. Im Oktober 1988 kamen sowohl das erste Willburys-Album als auch die Orbison-Single „You Got It“, auf den Markt, wurden jeweils erfolgreich – doch dann verstarb Orbison im Dezember 1988 – viel zu früh – an einem Herzinfarkt.

30 Jahre später bietet „Black & White Night 30“ nun eine erweiterte Fassung plus jede Menge Bonusmaterial. Wo das ganze Zeug plötzlich herkommt? Das Konzert wurde mit sieben Kameras aufgenommen, wodurch mehr als 100 Stunden unveröffentlichtes Filmmaterial zusammengekommen sind. Roy Orbisons jüngster Sohn, Alex Orbison, und sein Co-Editor Luke Chalk haben aus diesem umfangreichen Archivmaterial das komplette Konzert neu geschnitten und zusammengestellt. Außerdem wurde die dem damaligen Programm entsprechende, ursprüngliche Set-Order beibehalten.

Musikalisch ist der Abend über alle Zweifel erhaben. Orbison fährt schwere Geschütze auf. Elvis Presleys Band sorgt für die Mucke, ein Streicher-Ensemble für den Schmalz, den Songs wie „Only The Lonely“, „Leah“, „In Dreams“, „Crying“, „It’s Over“ oder „Running Scared“ auch einfach brauchen.

Ein Glanzlicht: die vollständige „Secret Post Show“, die Orbison mit der Band nach dem Konzert ohne Publikum spielte und die alternative Versionen von „Dream You“, „Comedians“, „Candyman“, „Claudette“ und „Uptown“ umfasst. Diese bisher unveröffentlichten Aufnahmen wurden seit Jahrzehnten von Fans gesucht und sind nun Teil der von Richard Dodd remasterten Neuauflage. Zudem gibt es auch einen Download-Code, mit dem die Audio-Aufnahmen des “geheimen Konzerts” heruntergeladen werden können.

Außerdem ist eine 33-minütige Mini-Dokumentation enthalten, mit Aufnahmen der Proben und Interviews mit Bruce Springsteen, Elvis Costello, k.d. lang, Bonnie Raitt und Jackson Browne, aufgenommen vor und nach der Show. Die Liner Notes zu den neuen Editionen schrieb Roy Orbison Jr., der Bruder von Alex Orbison.

Anzeige

Fazit: Gesamtkunstwerk.

Anspieltipps: – durchhören!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.