Rihanna

Rihanna (foto: universal)

„Ich möchte die schwarze Madonna werden“, hat Rihanna mal in einem Interview gesagt. Mittlerweile ist die Gute längst selbst zur lebenden Legende geworden, hat mehr Nummer-eins-Hits gelandet als Künstler wie Michael Jackson – und eben Madonna. 

Rihanna erblickt am 20. Februar 1988 in Saint Michael (Barbados) das Licht der Welt, wächst allerdings in Bridgetown auf. Ihre aus Guyana stammende Mutter Monica Braithwaite ist Buchhalterin, ihr Vater Ronald Fenty arbeitet als Lagerarbeiter in einer Bekleidungsfabrik und ist irischer und barbadischer Abstammung. Rihanna hat zwei jüngere Brüder und drei Halbgeschwister väterlicherseits.

Zunächst besucht Rihanna auf Barbados die Charles F. Broome Memorial School und später die weiterführende Combermere School. Dort nimmt sie 2004 auch an einem Schönheitswettbewerb der Schule teil und wird prompt zur Miss Combermere School gewählt. Eine leichte Jugend hat sie trotzdem nicht: Als Heranwachsende muss sie an einem militärischen Programm teilnehmen, bei dem die Sängerin Shontelle übrigens ihre Ausbildungsleiterin ist. Rihannas Vater ist drogenabhängig (Crack) und verprügelt die Mutter. 2004 wird die Ehe der Eltern nach 14 Jahren geschieden.

Rihanna flüchtet sich früh in die Musik. 2003 gründet sie mit zwei Klassenkameradinnen eine Mädchenband, die noch im selben Jahr dem Produzenten Evan Rogers vorgestellt wird. Dem fällt beim Vorsingen der Band aber vor allem Rihanna auf, weshalb er sie noch einmal allein den Song „Emotion“ von Destiny’s Child vortragen lässt. Rogers ist begeistert. Mit seiner Hilfe sowie Unterstützung von Carl Sturken nimmt Rihanna ihre erste, aus vier Liedern bestehende Demo-CD auf. Auf der Disc findet sich unter anderem Rihannas erste Single „Pon de Replay“. Die CD wird an verschiedene Plattenfirmen geschickt, letztlich nimmt sie das Label Def Jam nach einem Vorsingen in New York City, bei dem auch CEO Jay-Z dabei ist, unter Vertrag. Sehr aufgeregt sei sie gewesen, habe sogar gezittert, berichtet die Sängerin später.

Kurz nach der Vertragsunterschrift macht sich Rihanna an die Arbeiten an ihrem Debütalbum „Music of the Sun“, das in den USA auf Platz zehn peakt. Als Produzenten und Songschreiber stehen ihr unter anderem Evan Rogers, Carl Sturken, Stargate und Poke & Tone zur Seite. Die am 26. Juli 2005 international vorab veröffentlichte Single „Pon de Replay“ erreicht Platz zwei der amerikanischen Billboard Hot 100 sowie der britischen Singlecharts und wird weltweit ein Erfolg. Von der Plattenfirma wird Rihanna damals noch als unschuldige Karibikschönheit vermarktet.

Mit dem zweiten Album „A Girl Like Me“ (2006)  lässt sich Rihanna nicht viel Zeit. Viele kritisieren es als Schnellschuss, erfolgreich wird die Kiste trotzdem. Die erste Single aus diesem Longplayer, „SOS“, wird Rihannas erster Nummer-eins-Hit in den USA. Auch die zweite Single „Unfaithful“ ist erfolgreich und erreicht in 18 Ländern die Top 10 der Charts. In Kanada und der Schweiz landet die Nummer sogar auf Platz eins.

Der große, weltweite Durchbruch gelingt Rihanna 2007. Die Musikerin wird mit dem Einsatz viel nackter Haut zum Vamp, zum Sex-Symbol aufgebaut. Die Strategie geht auf: Am 5. Juni 2007 erscheint das Album „Good Girl Gone Bad“, das ein internationaler Top-10-Erfolg wird. Mehr als neun Millionen Exemplare werden weltweit verkauft – und schuld daran ist vor allem die erste Single „Umbrella“. Die verkauft sich allein sechs Millionen Mal und bringt ihr einen Grammy ein. Auch die weiteren Single-Auskopplungen –  „Shut Up And Drive“, „Hate That I Love You“ und „Don’t Stop The Music“ – laufen mehr als gut.  Anschließend geht Rihanna zwei Jahre lang auf Tour.

Fast schon nebenher landet sie den nächsten Mega-Erfolg: Im November 2008 veröffentlicht Rapper T.I. die Single „Live Your Life“ aus seinem Album „Paper Trail“. Der Song, an dem er mit Rihanna zusammenarbeitete, erreicht Platz eins der US-Singlecharts.

Erste Demos für Rihannas viertes Album entstehen im Dezember 2008. Jedoch wird das Konzept nach einer Auseinandersetzung mit ihrem damaligen Freund Chris Brown verworfen: Im Februar 2009 machen Fotos die Runde, die Rihanna mit Blessuren und Prellungen im Gesicht zeigen, Brown hatte sie verprügelt. Rihanna verarbeitet diesen Vorfall auf ihrem Album „Rated R“, das im November 2009 auf den Markt kommt. Zwar greifen ihr Ne-Yo, Justin Timberlake, Chase & Status, Stargate, The-Dream, Brian Kennedy und James Fauntleroy II unter die Arme, viele Texte schreibt sie aber selbst. Den schlimmen Beziehungsvorfall greift sie auch in der Promotionarbeit auf, präsentiert sich auf mehreren Bildern als Domina. „Rated R“ verkauft sich mehr als drei Millionen Mal, ist damit kommerziell etwas weniger erfolgreich als der Vorgänger, erntet aber gerade bei Kritikern viel Lob. Die dritte Singleauskopplung „Rude Boy“ erreicht 2010 Platz eins der amerikanischen Charts. Und Rihanna geht wieder auf Tour.

Ihren siebten Nummer-eins-Hit landet Rihanna dank der Zusammenarbeit mit einer modernen Hip-Hop-Legende: Im Juli 2010 steigt der Song „Love the Way You Lie“, eine Kollaboration mit Rapper Eminem, die auf dessen Album „Recovery“ zu finden ist, nach zwei Wochen vom zweiten auf den ersten Platz der Billboard Hot 100. In Australien, Kanada, Neuseeland, Irland und Deutschland erreicht die Nummer ebenfalls Spitzenplätze. Und weil im selben Jahr auch die Singles „What’s My Name?“ und „Only Girl (In The World)“ auf dem Gipfel der US-amerikanischen Billboard Charts stehen, sichert sich Rihanna mal wieder einen Eintrag ins Guinnesbuch der Rekorde. Niemand anderem gelangen zuvor so viele Nummer-eins-Hits innerhalb eines Jahres. Schon mit den gigantischen Download-Zahlen für „Umbrella“ stellte die Musikerin zuvor bereits einen Rekord auf.

Trotz all der Erfolge: Rihanna ist nimmermüde. Am 12. November 2010 erscheint mit „Loud“ ihr fünftes Studioalbum. Das Album erreicht Platz eins der UK-Charts und ist international in vielen Top-10-Listen vertreten. Kurz darauf bricht Rihanna zu ihrer vierten Welttournee auf, dreht aber zwischendurch (August 2010) den Action-Film „Battleship“. Die Sängerin spielt in diesem Streifen Petty Officer Raines und bekommt für ihre Darstellung 2013 die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin. Der Film läuft im April 2012 in den Kinos.

Im November 2011 kommt Rihannas sechstes Studioalbum „Talk That Talk“ auf den Markt. Die erste Auskopplung „We Found Love“ wird in mehreren Ländern – Deutschland, Schweiz, UK, USA – wieder eine klare Nummer eins. Der Song bringt ihr überdies den sechsten Grammy ein. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Longplayers hat die karibische Musikerin weltweit schon mehr als 30 Millionen Platten abgesetzt. Die Verkaufszahlen ihrer Single-Auskopplungen liegen sogar im dreistelligen Millionenbereich.

Klar, dass die Kuh weiter gemolken wird, solange sie Milch gibt. 2012 kommt mit „Unapologetic“ das nächste Album auf den Markt. Wieder im November, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Die erste Single, „Diamonds“, erklimmt in vielen Ländern die Spitze der Singlecharts. Die zweite Single, „Stay“,  die Rihanna mit dem Sänger Mikky Ekko performt, erreicht weltweit die Top fünf der Charts. Klar, dass auch das Album wieder auf Nummer eins geht, darunter in Deutschland und den USA. Die Platte verkauft sich in der ersten Woche besser als alle anderen Alben Rihannas. Die Folge: Grammy Nummer sieben. Rihannas Kreativität schlägt im Februar 2013 neue Bahnen, als die Sängerin vier Mode-Kollektionen für den britischen Kleidungshersteller River Island entwirft. Außerdem bringt sie nun auch gemeinsam mit dem Kosmetikhersteller MAC Cosmetics Kosmetikprodukte heraus.

In den Folgejahren wird Social-Media-Queen Rihanna zunehmend als Werbegesicht gebucht, unter anderem von Dior. Musikalisch lässt sie es etwas ruhiger angehen, veröffentlicht hier und da ein paar Singles und versucht sich als Synchronsprecherin („Home“, 2015). Zu diesem Zeitpunkt hat sie weltweit bereits fast 200 Millionen Tonträger verkauft.

Plötzlich und ohne Vorankündigung erscheint am 27. Januar 2016 die Single „Work“, die Rihanna mit dem Rapper Drake eingespielt hat. Die Nummer wird ein Instant Hit, erreicht Platz eins der US-Charts und lässt Rihanna in Sachen Number Ones Madonna und Michael Jackson überholen. Am Tag darauf wird ihr achtes Studioalbum „Anti“ kostenlos als Download und zum Stream exklusiv auf Jay-Z’s neuer Plattform Tidal bereitgestellt. Das Album steigt trotz 1.000.000 kostenlos zum Download bereitgestellten Kopien, die binnen 14 Stunden heruntergeladen werden, auf Platz eins der US-Billboard Hot 100 ein. Nach wenigen Tagen gibt es Platin. Außerdem werden alle „Anti“-Singles mit mindestens einmal Platin in den USA ausgezeichnet.

Im Februar 2016 präsentiert die Gute ihre erste Kollektion unter den Namen Fenty x Puma mit dem Sportartikelhersteller Puma auf der New York Fashion Week, im September 2016 präsentiert sie die zweite Kollektion (Spring/Summer) in Paris. Am 29. April 2016 erscheint der Song „This Is What You Came For“, eine Zusammenarbeit mit dem schottischen DJ Calvin Harris, der ein weltweiter Top-5-Hit wird.

Im Februar 2017 wird die fünfte Staffel von „Bates Motel“ ausgestrahlt. Rihanna spielt darin Marion Crane in einer Nebenrolle.

 

DISCOGRAPHY

2005: Music of the Sun

2006: A Girl Like Me

2007: Good Girl Gone Bad

2009: Rated R

2010: Loud

2011: Talk Talk Talk

2012: Unapologetic

2016: Anti

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