Rage – Tage der Vergeltung

Rage (foto: ascot elite)

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Was ihn da wohl geritten hat? In „Rage – Tage der Vergeltung“ will John Travolta als trauernder Ehemann den Mord an seiner Frau rächen – und rächt sich eigentlich nur am Zuschauer, der sich dazu hinreißen ließ, sich diesen Film anzuschauen. Er liegt nun übrigens auf DVD und Blu-Ray vor.

Die Jüngeren werden es kaum glauben: John Travolta war mal ein ernstzunehmender Action-Star. Vor allem dank Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ (1994) emanzipierte sich der gute John von dem seichten Image, das er sich vor allem in den achtziger und frühen neunziger Jahren aufgebaut hatte. Plötzlich gab der frühere „Grease“-Star in seinen Filmen den harten Hund – und er gab ihn überzeugend.

Irgendwann im neuen Jahrtausend ging Travolta dann aber das Händchen für die guten Rollen und Stoffe verloren. Bei der Auswahl seiner Filme griff der Mann immer häufiger daneben. Der Tiefpunkt mag jetzt mit „Rage“ erreicht sein. Die Story dieses geradezu beleidigenden Streifens ist schnell erzählt. John Travolta spielt hier den Ex-Geheimagenten Stanley, der mitansehen muss, wie seine Frau (Rebecca De Mornay) in einem Parkhaus von einer Horde Junkies offenbar grundlos ermordet wird. Weil die augenscheinlich unfähige Polizei ihm nicht weiterhilft und einen der Mörder wieder auf freien Fuß setzt, beschließt er, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen – und sich an den Killern seiner Frau zu rächen. Ihm zur Seite steht sein früherer Kollege Dennis (Christopher Meloni).

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Ob Travolta vor der Zusage das Drehbuch gelesen hat? Man weiß es nicht. Aber man kann es eigentlich kaum glauben. Sonst wären ihm bestimmt die hölzernen, teilweise sogar albernen Dialoge aufgefallen. Der mit simpel euphemistisch umschriebene Plot. Die x-fach durchgekaute Prämisse. Die peinlichen Charakterzeichnungen. Es wirkt, als hätte Travolta erst während des Drehs gemerkt, auf was er sich da eingelassen hat. Entsprechend lustlos wirkt der Gute. Man nimmt ihm – und keiner anderen Figur in diesem Action-Streifen – die Rolle ab. Selbst die Frisur wirkt hier unecht.

Etwas gewöhnungsbedürftig: Travoltas eigentlicher Synchronsprecher Thomas Danneberg musste gesundheitsbedingt passen. Dafür übernimmt diesmal Ronald Nitschke den Job, der sonst Tommy Lee Jones seine Stimme leiht. Etwas gewöhnungsbedürftig – aber das geringste Problem dieses Films.

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