Pierre M. Krause über “Krause kommt!” und seinen Besuch bei Harald Glööckler

Pierre M. Krauses (li.) bei Harald Glööckler (foto: swr/encanto)

„Wie glamourös ist das Leben der Stars, wenn die Kamera aus ist?“ Diese Frage stellt sich SWR-Moderator Pierre M. Krause regelmäßig in seiner TV-Reihe „Krause kommt!“, in der er Zeit mit Promis in deren privatem Umfeld verbringt. Heute wird sein Besuch in Kirchheim bei Harald Glööckler ausgestrahlt.

Einen Blick hinter die Maske werfen. Auf den Menschen hinter der Fassade. Das ist das erklärte Ziel, wenn Krause kommt. Auch wenn die Kamera dabei natürlich dann doch meistens an ist. Seit 2015 besucht der SWR-Moderator (41) in diesem Format Prominente in deren vier Wänden, verbringt zwei Tage mit ihnen und gleicht seine vorgefasste Meinung mit dem Bild ab, das sich ihm in dieser Zeit von dieser Person bietet. So saß er schon bei dem legendären Journalisten Ulrich Kienzle auf dem Sofa, grillte mit Herbert Feuerstein, besuchte das frühere Playmate Gitta Saxx oder erforschte mit dem cholerischen Schönheitschirurgen Dr. Werner Mang dessen Temperament.

Nun also Kirchheim.

Harald Glööckler. „Wir versuchen, da eine gesunde Mischung hinzubekommen. Gerne die Glööcklers dieser Welt, dann aber auch die Hannes Jaenickes oder Ulrich Kienzles“, sagt Krause. Der Besuch bei dem extravaganten Modezar, der morgen im SWR ausgestrahlt wird, fand bereits im November statt. „Es war auf jeden Fall kalt“, erinnert sich Pierre M. Krause. Eine Figur wie Glööckler, gibt er zu, sei ein Geschenk für seine Sendung. „Er polarisiert und forciert das auch bewusst, er weiß sich zu inszenieren. Und das bis zu einem solchen Grad, dass man da schon von Kunst sprechen kann“, so Krause. Den Modeschöpfer kannte er vor dem Dreh nur aus den Medien. „Wir bewegen uns in ganz anderen Welten. Da ist die Wahrscheinlichkeit gering, sich über den Weg zu laufen. Zumal ich Veranstaltungen, wie er sie etwa gerne besucht, eher meide“, sagt Krause. Auch modisch hat der Moderator, der in seiner Late-Night-Sendung „Die Pierre M. Krause“-Show vornehmlich Anzug trägt, nicht viel gemein mit ihm. „Ich interessiere mich weniger für Mode als für Stil. Mit einem Anzug ist man als Mann immer passend angezogen und muss sich über sein Outfit dann auch keine allzu großen Gedanken machen.“

Zunächst, erzählt der Moderator, schienen sich sämtliche Vorurteile, die er so hatte, zu bestätigen. Glööckler, der Sonnenkönig. „Meine kleine Crew und ich wurden zunächst in einen Nebenraum geführt, in dem wir dann nett und freundlich instruiert wurden, wie wir uns gegenüber Herrn Glööckler zu verhalten haben. Dass wir ihm nicht die Hand schütteln sollen. Dass wir ihn nur von einer bestimmten Seite aus ansprechen sollten. Und dass wir keinesfalls den Hund anfassen dürfen“, sagt Krause lachend. Untergebracht waren er und die Crew dann in einem Gästehaus auf dem Anwesen, und nicht direkt im „Château Pompöös“ des Unternehmers. Dennoch bekam Krause dieses natürlich zu Gesicht.

Ob sich seine Gesprächspartner ihm gegenüber in ihrer vertrauten Umgebung eher öffnen? Oder ob sie in bedrohlich-intimer Atmosphäre erst recht dicht machen? „Sobald mich jemand in sein privates Reich einlädt, ist der erste Schritt in die Intimsphäre bereits getan. Vielen fällt es dann leichter, offen zu reden als im Studio. Aber das ist letztlich eine Typfrage“, sagt Krause. Die wenigsten schaffen es, zwei Tage lang ihre Fassade aufrecht zu erhalten, bei den meisten blitze irgendwann doch das wahre Ich hervor.

Er sei, so sagt Krause, immer gut auf seine Gastgeber vorbereitet, versuche aber auch Raum für die Situation zu lassen. „Man muss empathisch mit den Menschen umgehen. Die Kamera vielleicht auch mal ausmachen und die Leute vor sich selbst schützen.“ Vorführen will er niemanden. Wichtig sei ihm Authentizität. „Der Erstkontakt mit dem Gesprächspartner findet vor der Kamera statt – sofern ich die Person nicht schon persönlich kenne. Was man sieht, ist alles echt.“

Krause bekam nicht nur einen Einblick in die privaten Gemächer des Designers, er besuchte mit ihm auch eine Keramikwerkstatt und ein Fitnessstudio. „Glööckler zieht sein Programm wie ein Leistungssportler durch. Ich habe versucht, mitzuhalten – und das dann 14 Tage lang noch gespürt.“

Irgendwann sei das Eis dann auch ein wenig gebröckelt, und Krause habe gemerkt, dass in Glööcklers Sprüchen Humor steckt. „Ansonsten hat er seine Kunstfigur aber sehr konsequent durchgezogen. Das ist schon ein bisschen beeindruckend.“

TERMINE

In der ersten der drei neuen „Krause kommt!“-Folgen, zu sehen heute, Freitag, 23.30 Uhr, im SWR-Fernsehen, verbringt Krause zwei Tage mit Harald Glööckler in dessen „Château Pompöös“ in Kirchheim. Am Freitag, 2. März, ist sein Besuch bei Schauspielerin Judy Winter zu sehen, am 9. März, ebenfalls um 23.30 Uhr, geht es zum Sänger Michael Wendler.

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1 Comment

  • ich hör immer kunstfigur: glööckler hat konsequent und so wenig bissig wie möglich abgeblockt. thats it. ob das beeindruckend oder einfach sozialphobisch ist, kann wohl nur er selbst ehrlich beantworten. mir wärs als gegenüber schlicht zu anstrengend. und zu einseitig.

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