Peter Buck: Der wahre Grund für die Trennung von R.E.M.

R.E.M. (foto: wikimedia/stefano andreoli)

Und plötzlich war 2011 Schluss. Einfach so. Von einem Tag auf den anderen. Hatte niemand kommen sehem, vor allem, weil sich die Band seit ihrer Gründung 1980 eigentlich nie eine Schwächephase leistete und immer in der Lage schien, noch einen draufzusetzen.

Warum war nach „Collapse Into Now“ Schicht im Schacht? Lange Zeit machte die Band ein Geheimnis um den Split. Vor allem Peter Buck. Der sagte gar nichts mehr. Nun stellt er die Trennung im „Rolling Stone“-Interview aber als einstimmig und alternativlos dar. Offenbar hatte die Band die Nase schlichtweg voll vom Musikgeschäft. „Einfach alles außer das Schreiben, Aufnehmen und Spielen von Songs hat immer genervt“, gab Buck zu. „All das Geld, die Politik, Menschen rund um die Uhr treffen müssen und nicht in der Lage sein, eigene Entscheidungen treffen zu können…Ich hasse das Business. Und ich möchte damit einfach nichts mehr zu tun haben.

Für den Musiker gab es irgendwann den Punkt, wo es natürlich schien, nicht mehr weiterzumachen. Die Entscheidung fiel während der Aufnahmen für „Collapse Into Now“: „Wir haben da nicht irgendeine Ankündigung gemacht. Michael kam auf uns zu und sagte: ‚Ich denke, ihr werdet das verstehen, aber ich möchte mit all dem hier erst mal eine lange Zeit nichts zu tun haben.‘ Dann warf ich ein: ‚Und was wäre, wenn es einfach für immer so bleibt?‘ Michael schaute zu Mike und Mike sagte: ‚Das klingt richtig.‘ So wurde es letztlich entschieden.“

Mit ihrem letzten Machwerk seien R.E.M. zufrieden gewesen.  „Wir hatten das Gefühl, noch einmal eine große Platte abgeliefert zu haben. Ich bin sehr stolz auf die letzten beiden. ‚Accelerate‘ ist in meiner Top-5“, sagte Buck. „Aber irgendwann kamen wir einfach an den Punkt, wo es richtig war, dass jeder seiner Wege ging. Wir wollten einfach nicht weiterhin 20 Jahre alte Songs spielen. Da ist etwas, das man über uns drei wissen muss: Niemand wollte irgendwie im Rampenlicht stehen. Wir haben immer unser Ding gemacht, aber mit Talkshows oder Reality-TV oder Supergroups wollten wir nichts zu tun haben. ‚Collapse Into Now‘ war unser letztes Album mit einem Major Lable. Ich will nie wieder etwas mit einem solchen Label zu tun haben.“

Buck macht heute immer noch Musik, veröffentlicht auch ab und an Solo-Werke auf Vinyl – und ist stolz auf das Erbe, das R.E.M. hinterlassen haben. „Ich bin sehr glücklich mit unserem Werk. Es gibt zwar einige Platten, die nicht so gut sind. Aber auch Bob Dylan hat einige schlechte Alben gemacht.“