Pet Shop Boys – Release

Pet Shop Boys (foto: label)

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5 Parlaphone

5

Die Pet Shop Boys schicken sich gerade an, all ihre Parlaphone-Studioalben wiederzuveröffentlichen. Das Re-Release von „Nightlife“ haben wir uns bereits angehört, diesmal widmen wir uns der „Further Listening“-Ausgabe vom Nachfolger „Release“.

Sind wir ehrlich: Um die Jahrtausendwende haben die Pet Shop Boys nun nicht gerade ihre glorreichste Zeit erlebt. Nach dem eher durchschnittlichen „Nightlife“ (1999) ließen Neil Tennant und Chris Lowe im Jahr 2002 „Release“ folgen. Ein Machwerk, das vergleichsweise erwachsen, melancholisch und gitarrenlastig daherkam – und daher recht untypisch, wenn man sich den Katalog der Band so ansieht. Gitarren-Legende Johnny Marr (The Smiths) unterstützte die Pet Shop Boys dabei bei insgesamt sieben Songs als Gast („Home and Dry“, „I Get Along“, „Birthday Boy“, „E-Mail“, „Love Is a Catastrophe“, „The Night I Fell in Love“, „You Choose“).

Los geht es dabei recht solide mit der Single „Home and Dry“, gefolgt von dem eher leichtfüßigen „I’ll Get Along“, das den einen oder anderen Hörer sicher zum Mitsingen einlädt. Danach nehmen die Pet Shop Boys mit „Birthday Boy“ direkt eine falsche Abzweigung, die Ballade will einfach nicht zünden und lässt einen fast schon ratlos zurück. Auch „London“ weiß nicht zu überzeugen.

Es ist aber nicht alles schlecht: Beim euphorischen „The Samurai In Autumn“ fallen die Pet Shop Boys mal für einen Moment ins alte, zum Tanzen animierende Muster zurück. Neil Tennant ist hier als Sänger jedoch nicht groß gefordert. „The Night I Fell In Love“ überzeugt derweil durch den den Lyrics innewohnenden Witz.

Jedoch: Fans und Kritiker gingen den Stilwechsel nicht wirklich mit. Das Album war für die Verhältnisse des Duos ein Misserfolg – und das leider auch nicht zu Unrecht. Für Fans mag die Neuveröffentlichung trotzdem interessant sein. Die neu gemasterte Fassung kommt wahlweise als Doppel- oder Triple-Edition daher, insgesamt haben die Pet Shop Boys 36 zusätzliche Tracks in ihren Archiven aufgestöbert, darunter die eigens für das „Hits“-Album produzierten Songs „Miracles“ und „Flamboyant“, Tracks aus dem „Disco 3“-Album sowie elf bisher noch unveröffentlichte Titel und Versionen. Schön: das hochwertige Booklet.

Fazit: Uninspiriertes Herbstalbum – aber wertige Wiederveröffentlichung.

Anspieltipps: Home And Dry, I Get Along, The Samurai in Autumn, The Night I Fell In Love

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