Ostfriesenkiller

Ostfriesenkiller (foto: zdf/pandastorm)

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6

Nach dem Vorbild skandinavischer Krimis hat das ZDF mit „Ostfriesenkiller“ seine Zuschauer in den hohen Norden entführt: Der in und um Aurich spielende Krimi liegt ab morgen auf DVD und Blu-Ray vor.

Nicht Mal mehr in den eigenen vier Wänden ist man sicher: Ulf Speicher, Leiter des Regenbogenvereins, der sich um behinderte Menschen kümmert, wird kurz nach einem erotischen Techtelmechtel offenbar von einem Scharfschützen durch die Fensterscheibe seiner eigenen Küche erschossen. Als Täter kommen so einige in Frage, Speicher, der auch für die Finanzen seiner Schutzbefohlenen zuständig war, war nicht unbedingt der beliebteste Zeitgenosse. Doch dann geschehen weitere Morde. Schnell finden Ballistiker heraus, dass es sich bei der Tatwaffe um ein historisches Gewehr handelt, das beim zweiten Mord sogar mit einem aufgepflanzten Bajonett benutzt wurde. Mühsam überprüft das Ermittlerteam der Kripo Aurich die sich bietenden Spuren, und bald scheint tatsächlich ein Hauptverdächtiger (Uwe Bohm) gefunden. Nur Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen (Christiane Paul) hält ihn für unschuldig …

Keine Frage: Der Deutsche mag seine Regionalkrimis. Und so verwundert es auch nicht, dass die Machart von „Ostfriesenkiller“ irgendwo eine Mischung aus den schwer angesagten skandinavischen Krimis und einem deutschen „Tatort“ ist. Bildfilter und unnötige Kommissarin-hat-ihr-Privatleben-nicht-im-Griff-Nebenstory inklusive. Der Handlungsstrang rund um das aus den Fugen geratene Familienleben der Protagonistin wirkt hier mehr wie ein Zeitfüller. Auch der Umstand, dass sie regelmäßig von Visionen heimgesucht wird, erschließt sich nicht so ganz. Paul versucht trotzdem mit aller Kraft, dieses Figuren-Klischee irgendwie mit Leben zu füllen. Positiv ragt auch Svenja Jung („Fucking Berlin“) heraus, die hier als geistig verwirrte und etwas infantile Nymphomanin keine schlechte Arbeit abliefert. SPOILER: Durch die prominente Besetzung ihrer Figur wird der Film aber auch etwas vorhersehbar.

Kameramann und Regie (Sven Bohse) liefern hier hervorragende Arbeit ab. Die düstere Nordsee-Landschaft wird hier als Krimi-Kulisse perfekt in Szene gesetzt. Das wird auch Klaus-Peter Wolf, dem Autor der als Reihe angelegten Romanvorlage gefallen haben. Über 700.000 Mal verkaufte sich „Ostfriesenkiller“. In dem Film hat der Gute übrigens einen Cameo-Auftritt.

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Fazit: Einigermaßen spannend, aber doch sehr klischeebeladen.

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