„Off Duty“: Böhmermann veräppelt Schweiger

Jan Böhmermann hat im Streit mit Til Schweiger nachgelegt. Der TV-Moderator hat seinen ganz eigenen Trailer zum neuen Tschiller-Tatort produziert, der seit diesem Donnerstag in den Kinos läuft. In dem bitterbösen Clip erschießt er unter anderem Feministinnen und sprengt den Kölner Dom in die Luft.

„Deutschland: Off Duty“ nennt sich der Trailer und soll in einigen Kinos direkt vor den Schweiger-Film geschaltet worden sein. Darin gibt der Moderator eine ständig um sich feuernde Tschiller-Persiflage. Böhmermann-Sidekick William Cohn mimt den stets besorgten Partner am Telefon. Eine Person, die Felix Baumgartner ähnelt, mit dem Böhmermann ebenfalls kürzlich aneinander geraten ist, fällt in dem Trailer plötzlich vom Himmel, weil Böhmermann ihn versehentlich abgeschossen hat. Außerdem dabei: Imitatoren von Angela Merkel und Sigmar Gabriel sowie Darsteller von Flüchtlingen, AfD-Rechten und Polizisten.

Til Schweiger hat das Ganze bisher nicht kommentiert. Der Beef zwischen den beiden begann Ende Januar – mit einem Facebook-Posting des Extremsportlers Felix Baumgartner. Der postete: “Ein Land, in dem Angeln ohne Angelschein rechtlich bestraft wird und Menschen ohne Pass, die Grenze überqueren, können nur Idioten regieren.“ Ein Shitstorm folgte, der Österreicher wehrte sich aber gegen die Kritik. Er fabulierte von “hundertausenden” Flüchtlingen, die das Land “UNTERWANDERN”. Es sei moralische Pflicht, den wirklich Schutzbedürftigen zu helfen, doch “der MORALISCHE Kompass darf nicht so weit gehen das wir als Staat unser Souverän verlieren und uns NUR mehr von Gefühlen leiten lassen.” Baumgartner weiter: “Die Polizei und unser Militär haben SPRECHVERBOT und dürfen sich zu den aktuellen Problemen gegenüber der Presse nicht äussern.”

Das rief letztlich Jan Böhmermann auf den Plan, der die Diskussion auf Facebook kommentierte. Baumgartner, der durch den von Red Bull gesponserten Stratosphärensprung bekannt wurde, bezeichnete er als „hauptberuflichen Vonirgendworunterfaller“, der ein “aus deutscher Sicht hundertprozentiger Ausländer” und “österreichischer Wirtschaftsflüchtling” sei, der nun von Santa Monica aus fordere, Zäune zu bauen und Grenzen zu sichern.

Dabei griff er den Schreibstil Baumgartners auf: viele Großbuchstaben und eine inflationäre Verwendung von Ausrufezeichen. Böhmermann schließt mit den Worten: „Kann mal bitte jemand Til Schweiger von der Kette lassen? Til, haste das gelesen?” Ein Seitenhieb auf Schweiger, der in Sachen Kommunikation auf Facebook einen ähnlichen Stil wie Baumgartner pflegt, aber in der Flüchtlingsfrage konträr zu diesem steht.

Schweiger reagierte auf Böhmermanns „Hilferuf“: „Ich finde den nicht lustig“, sagte er im Interview mit stern.de über den Neo-Magazin-Royale-Moderator. „Das ist ein leicht verzogener Bubi, der sich selbst am lustigsten findet.“ Und weiter: „Ich kann wirklich über mich selbst lachen. Es gibt da einige witzige Parodien, einige Sketche in ‚Switch reloaded‘ sind saukomisch, oder auch die SWR3 Parodie über Tschiller ist echt gut.“ Böhmermann hingegen sei nicht lustig. „Er verschafft sich über mich Bekanntheit“, so Schweiger.